Neue Reichskanzlei

Ehemaliger Regierungssitz des Deutschen Reichskanzlers

Neue Reichskanzlei in Berlin

Der Standort der Neuen Reichskanzlei befindet sich in Berlin Mitte.

Das 421 Meter lange Gebäude wurde nach Plänen von Albert Speer 1940 seiner Bestimmung übergeben.

Der Regierungssitz des Deutschen Reichskanzlers wurde als Ergänzung der alten Reichskanzlei in der Wilhelmstraße 77 und als Erweiterungsbaus in der Voßstraße 1-19 gebaut.

Die gesamte Bauzeit betrug zwei Jahre.

[Weitere ehemaligen Gebäude]

Adresse

Voßstraße 1 - 20
10117 Berlin Mitte

Auskunft

Telefon
030/3339 509

Anfahrt

U-Bahn U2
Bus M41, M48, M85

Map / Stadtplan

Stadtplan Berlin

Karte der Neuen Reichskanzlei

Neue Reichskanzlei

Neue Reichskanlei Voßstraße Heute

Standort

Die Neue Reichskanzlei wurde 1940 in der Voßstraße in Berlin Mitte errichtet.

Die Planung begannen bereits 1934 kurz nach der Wahl von Adolf Hitler zum Deutschen Reichskanzler.

Für den Neubau wurde Generalbauinspektor Albert Speer beauftrag.

Speer entwarf einen 421 Meter langen Gebäudekomplex unter Einbeziehung der alten Reichskanzlei in der Wilhelmstraße und dem Palais Borsig an der Voßstraße Ecke Wilhelmstraße.

Um den Neubau realisieren zu können mußten 18 vorhandene Gebäude in der Voßstraße Stück für Stück aufgekauft werden. Dazu gehörten die Bayerische Gesandtschaft (Hausnummer 3), das Justizministerium (Hausnummer 4), die Württembergische Gesandtschaft (Hausnummer 10), die Gauleitung Berlin (Hausnummer 11) und die Sächsiche Gesandtschaft (Hausnummer 19). Alle Gebäude wurden abgerissen.

Im Februar 1938 war Baubeginn und die Fertigstellung war Januar 1939 abgeschlossen. Ausbaumaßnahmen zogen sich noch bis Anfang 1940 hin.

Ausstattung

Bei der Konzeption der Neuen Reichskanzlei wurde hauptsächlich um die architektonische Darstellung von Macht und Herrlichkeit von Führer und Reich gedacht.

Die Diplomaten Route war eine prachtvolle und langgestreckte 300 Meter lange Raumflucht im Gebäude. Sie führte vom monumentalen Ehrenhof, über den Mosaiksaal, den Runden Saal, der Marmorgalerie und endete im Empfangssaal oder im Arbeitszimmer des Führers.

Saalburger Marmor wie es in der Reichkanklei verwendet wurde befinden sich auf den U-Bahnhof Mohrenstraße.

Das Mobiliar der Rechskanzlei wurde eigens für diesen Bau von Hand gefertigt. Das galt auch für Silberbestecke, Tafelgeschirr, Gobelins und Vorhänge.

Die im Gebäude verbaute Technik, wie Klimaanlage und Rolltreppen, entsprachen dem damals modernsten Standard.

Arbeitszimmer Hitlers

Das Arbeitszimmer Hitlers war mit 400 Quadratmetern der größte und prächtigste Saal des Gebäudes. Edelste Materialien wurden verbaut. Hierfür wurden dunkelroter Saalburger Marmor, Palisander und Rosenholz für die Wände, Palisander für die Kassettendecke und Ruhpoldinger Steinplatten für den Fußboden verwendet.

Das Mobiliar bestand aus einem großen Schreibtisch mit Intarsien und rotem Leder bespannten Arbeitsplatte. Der Kartentisch war aus einem Stück Marmor gefertigt und hatte eine größe von 5 Meter x 1,60 Meter. Die Wände waren mit wertvollen Gemälde bestückt.

Einige Gegenstände wie Schreibtisch und Globus aus Hitlers Arbeitszimmer befinden sich heute im Deutschen Historischen Museum Berlin. Im Moskauer Kreml hängt Hitlers Kronleuchter, im Pentagon in Washington befinden sich die Gemälde, im Museum Europäische Kunst im Schloss Nörvenich steht die Skulptur Die Partei. Der Rest ging als Beutegut und Souvenirjäger im Besitz ehemaliger alliierter Soldaten, sowie Privatsammlern.

Führerbunker

Der Bau des Führerbunkers begann 1943. Die Bunkeranlage lag nicht unter der Neuen Reichskanzlei, sondern im Garten der Alten Reichskanzlei (Wilhelmstraße 77).

Zerstörung

Die Neue Reichskanzlei wurd bis zum Kriegsende nur leicht beschädigt.

Der Reichsadler über der Reichskanzlei wurde von sowjetischen Truppen abgenommen. 1946 übergaben die Sowjets den Adler den Briten. Heute kann man ihn im Imperial War Museum in London sehen.

Neue Reichskanzlei Haupteingang Heute

Sprengung

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann die Rote Armee von 1949 bis 1953 mit dem Abriss der Neuen und Alten Reichskanzlei und des Palais Borsig. Der offenliegende Komplex wurde mit einer Erdschicht bedeckt.

Erst in den letzten beiden Jahren vor dem Fall der Berliner Mauer wurde das Areal mit Wohngebäude-Neubebauung an der Westseite der Wilhelmstraße bebaut.

Am ehemaligen Haupteingang der Reichskanzlei klafft heute noch ein riesiges Loch. Der unschöne Platz (s. Foto) wird als Parkplatz genutzt.

Infotafel am Führerbunker Berlin

Infotafel

Die Position der Anlage ist mit einer Informationstafel an der Gertrud-Kolmar-Straße Ecke In den Ministergärten gekennzeichnet. Die Tafeln wurden vom Verein Berliner Unterwelten angefertigten und aufgestellt.

An die Reichskanzlei und den Bunker erinnert an der Wilhelm- Ecke Voßstraße eine Tafel der Stiftung Topographie des Terrors.

Im Bereich des Bunkers liegt heute eine kleine Gaststätte und ein Supermarkt, der Notausgang des Bunkers im ehemaligen Garten der Reichskanzlei ist mittlerweile durch einen Parkplatz überbaut.

In unmittelbarer Umgebung befinden sich die Ministergärten, der Potsdamer Platz, das Holocaust-Mahnmal und das Brandenburger Tor.