Parkanlage

Parkanlage in Mitte-Wedding-Tiergarten

Großer Tiergarten die Parkanlage in Berlin

Großer Tiergarten in Berlin

Der Große Tiergarten in Berlin ist eine Parkanlage im Bezirk Mitte-Wedding-Tiergarten.

Mit 210 Hektar die Parkanlage, nach dem Tempelhofer Park, die zweitgrößte Berliner Parkfläche und die drittgrößte innerstädtische Parkanlage Deutschlands.

Verkehr

Eine breite Autostraßen durchschneiden den Park - die Straße des 17. Juni - sie führt zum Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht.

Nutzung

Der Tiergarten bietet mit seinen vielen kleinen und großen Wiesen sowie den Kunstwerken viel Platz als Erholungsgebiet.

Die weitläufige Parkanlage gliedert sich in Liegewiesen, breite, geschwungene Wege, Pavilions, alten Baumbestand, Blumenbeeten und einem See.

Der Park ist ein beliebtes Freizeit und Erholungsgebiet und eine Berliner Sehenswürdigkeit.

Geschichte

Sie wollen mehr über den Landschaftspark Tiergarten wissen? Lesen Sie . . . Der Große Tiergarten in Berlin - Von der Entstehung bis zur Gegenwart und erfahren Sie mehr über die wechselvolle Geschichte des Landschaftspark mitten in Berlin.

[Mehr Parkanlagen]

Daten

  • Erbaut: 1527
  • Fläche: 210 Hektar

Umgebung

Ämter und Behörden

TIPP

Berliner Parkanlagen

Berliner Park und Freizeitanlagen

Adresse

Straße des 17. Juni
10785 Berlin Tiergarten

Auskunft

Telefon
030/3339 509

Anfahrt

U-Bahn U55
Bus 100, TXL, 200

Map / Stadtplan

Stadtplan Berlin

Der Große Tiergarten in Berlin - Von der Entstehung bis zur Gegenwart

Jagdrevier der Preußen

Der erste Tiergarten wurde 1527 an einer anderer Stelle angelegt, nämlich in der Nähe des Berliner Schlosses, westlich der Cöllner Stadtmauer. Das kleine Gebiet wurde durch Zukäufe erweitert, bis zu den Grenzen des heutigen Tiergartens und darüber hinaus.

Das Gelände mit zahlreichen Wildtieren diente als Jagdrevier der Kurfürsten von Brandenburg.

Als die Berlin wuchs, wurde das Jagdgebiet verkleinert.

In der Regierungszeit Friedrich I. entstanden Strukturen, die bis heute sichtbar sind. In Verlängerung der Allee Unter den Linden wurde eine breite Schneise durch den Tiergarten geschlagen, als Verbindung zwischen Stadtschloss und dem 1699 erbauten Schloss Charlottenburg. Der Große Stern mit acht und der Kurfürstenplatz mit sieben Alleen wurden angelegt. Damit begann die Umwandlung des Wildreviers in einen zur Erholung bestimmten Waldpark.

Barockpark

Friedrich II. (Friedrich der Große) gab 1742 dem Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff den Auftrag, den Tiergarten zu einem Lustpark für die Bevölkerung umzugestalten. Er ließ nach dem Geschmack des Barock Blumenbeete, Rabatten und Spaliere in geometrischen Anordnungen pflanzen, Labyrinthe, Wasserbecken und Zierteiche anlegen und Skulpturen aufstellen.

Entlang der Alleen entstanden sogenannte Salons, kleine, mit Hecken oder Bäumen eingefasste Plätze, die mit Sitzgelegenheiten, Brunnen und Vasen gewissermaßen möbliert waren und den Besuchern Abwechslung boten. Eine Fasanerie wurde eingerichtet und war die Keimzelle des 1844 eröffneten Zoologischen Garten.

Landschaftsgarten

Knobelsdorff spätbarocke Formen des Tiergartens wurden Ende des 18. Jahrhunderts abgelöst.

1818 erhielt der preußische Gartenkünstler Peter Joseph Lenné, den Auftrag für die Neugestaltung des Tiergartens. Er plante einen landschaftsähnlichen Volkspark, der zugleich, in Erinnerung an die Befreiungskriege, eine Art preußischer Nationalpark werden sollte.

König Friedrich Wilhelm III. lehnte Lennés Planung ab.

Lenné setzte ein verändertes Planungskonzept vor, das 1840 realisiert wurde.

Es entstand ein Landschaftspark nach englischem Vorbild unter Rücksicht auf wichtige Ordnungselemente seines Vorgängers Knobelsdorff.

Feuchte Waldgebiete wurden trockengelegt auf denen Reit-, Fahr- und Spazierwege entstanden. Charakteristisch waren weite Rasenflächen, von kleinen Wasserläufen durchzogen und mit Baumgruppen versehen, Seen mit kleinen Inseln, zahlreiche Brücken und Alleen, Wiesen und Lichtungen wurden zu Sichtachsen zusammengefasst. Es kamen schmuckgärtnerische Anlagen, wie die Luiseninsel, Rosengarten, Englischer Garten hinzu.

Denkmäler

In der Form, die Lenné dem Landschaftspark gegeben hatte, bestand der Park nahezu unverändert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Nur kleine Veränderungen kamen hinzu wie, patriotische Denkmäler (1849), dem Prachtboulevard Siegesallee (1901), dem Königsplatz (später Platz der Republik) und der Siegessäule.

Tierplastiken und großformatige Jagdszenen in Bronze schmücken den Park. Zahlreiche Standbilder erinnern an Berühmtheiten, etwa an Preußens beliebte Königin Luise, Friedrich Wilhelm III. Andere Skulpturen zeigen Deutschlands Dichter und Denker wie Goethe, Lessing, Fontane, Richard Wagner, Lortzing, Beethoven, Mozart und Haydn.

Der Park befand sich bis 1881 in königlichem Besitz, danach wurde er zu Berlin eingemeindet.

Umgestaltung

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde er Tiergarten umgestaltet.

Die Charlottenburger Chaussee (heute Straße des 17. Juni) wurde als Ost-West-Achse von 27 auf 53 Meter verbreitert, und teilt in dieser Form bis heute den Tiergarten. Die Siegessäule wurde auf den erheblich ausgeweiteten Großen Stern umgesetzt.

Zerstörung

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Tiergarten durch Bomben und Granaten schwer beschädigt. Unmittelbar nach Kriegsende diente die Ost-West-Achse zeitweise als Flugpiste. Auf der Siegessäule war ein alliierter Kontrollposten stationiert.

In der Nachkriegszeit wurden aufgrund des Kohlemangels Bäume und Sträucher des Tiergartens verheizt. Die brachliegenden Flächen wurden Anbauflächen für Kartoffeln und Gemüse genutzt. Es entstanden etwa 2550 Parzellen. Von ehemals rund 200.000 Bäumen standen noch etwa 700 Bäume.

Die Gewässer waren verschmutzt, alle Brücken zerstört, die Denkmäler umgestürzt und geschändet.

1945 wurde zu Ehren der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten der Roten Armee auf der Nordseite der heutigen Straße des 17. Juni in der Nähe des Reichstages ein Ehrenmal errichtet.

Wiederherstellung

Am 2. Juli 1945 fasste der Berliner Magistrat den Beschluss zur Wiederherstellung des Großen Tiergartens. Professor für Gartengestaltung an der Berliner Universität, Georg Pniower, legte 1947 die ersten Entwürfe für die Neugestaltung vor.

Die Planungen wurden im Zuge der Teilung der Stadt fallen gelassen.

Im Rahmen eines Notstandsprogramms wurde der Tiergarten zwischen 1949 und 1959 wieder aufgeforstet.

Am 17. März 1949 pflanzte der Berliner Oberbürgermeister Ernst Reuter die erste Linde. Westdeutsche Städte übernahmen Patenschaften. Aus der ganzen Bundesrepublik kamen über 250.000 Jungbäume.

Als naturnahe Parklandschaft war der Tiergarten zwischen 1961 und 1989 ein wichtiges Naherholungsgebiet für die West-Berliner, die durch die Berliner Mauer eingeschlossen und von ihrem Umland getrennt waren.

1987 wurde anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins in der Nähe der Kongresshalle, dem heutigen Haus der Kulturen der Welt, das Carillon im Tiergarten errichtet. Der 42 Meter hohe Turm ist mit seinen 68 Glocken das viertgrößte Carillon der Welt. Das Glockenspiel erklingt im Sommer an jedem Sonntag.

Heute

Seit den politischen Umwälzungen in der DDR 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990 haben sich einige Randgebiete des Tiergartens stark verändert.

An den Straßen, die den Park nach Süden begrenzen, wurden die alten Botschaftsgebäude wieder instand gesetzt und andere, wie die Nordischen Botschaften, neu errichtet.

An der Nordostseite entstanden das neue Bundeskanzleramt und weitere Bürogebäude für die Abgeordneten des Deutschen Bundestags im Reichstagsgebäude.

Auf dem alten Wildwuchs-Areals aus den Jahren der deutschen Teilung, das für Picknicks mit oder ohne Grill und für Ballspiele genutzt wurde, entstanden repräsentative Rasen- und Freiflächen.

Verkehr und Rückbau

Es entstand eine Nord-Süd-Verkehrsachse mit vier Tunnelröhren für Straße und Bahnen unterhalb des Tiergartens. Infolgedessen wurde der Teil der Entlastungsstraße südlich der Straße des 17. Juni zurückgebaut, lediglich die Mündung des Tiergartentunnels ragt von Süden her tief in den Park hinein. Hierdurch konnten zwei durch die Entlastungsstraße getrennte Teile des Tiergartens wieder vereinigt werden. In diesem Bereich wurde alte Wegeführungen rekonstruiert und verwilderte Flächen in Anlehnung an die historischen Pläne Lennés neu gestaltet. Indem durch in Jahrzehnte gewachsene Gehölze schnurgerade Wegesschneisen geschlagen und mehrere neue Wegführungen realisiert wurden, ging der relativ naturnahe Charakter dieses Parkteils allerdings verloren.

Veranstaltung

Bis 2006 fand das Massenereignis Loveparade im Tiergarten statt. Mit den Teilnehmerzahlen (1,5 Millionen) stieg auch die ökologische Belastung des Parks. Nachdem das Interesse an der Loveparade nachzulassen schien, wurde die Veranstaltung abgesagt.

Weitere Anziehungspunkt ist die Fanmeilen auf der Straße des 17. Juni während Sport-Großveranstaltungen, Demos, Marathonlauf Tag der Deutschen Einheit und der Großen Silvesterparty am Brandenburger Tor.

Neue Denkmäler

In der Nähe des Denkmals für die ermordeten Juden Europas wurde das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen errichtet. Südlich des Reichstages entstand das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma.