Berliner Rathäuser

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Rathaus Schmargendorf

Rathaus Schmargendorf

Das Rathaus Schmargendorf ist ein Amt des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf.

Das Gebäude wurde 1900 für die selbstständige Gemeinde Schmargendorf, nach Plänen von Otto Kerwien im Stil der märkischen Backsteingotik errichtet.

auf einem knapp 2000 Quadratmeter großen Grundstück am Berkaer Platz

Schmargendorf ist seit 2001 ein Ortsteil des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf und somit als Rathaus als Funktion und Bedeutung verloren.

Nutzung

Heute befinden sich hier das Standesamt des Bezirks, die Musikschule und die Adolf-Reichwein-Bibliothek.

Der Ratskeller hat sich auf die Ausrichtung von Familienfeiern und die Verpflegung von Reisegruppen spezialisiert.

Ämter und Behörden im Bezirk

Unter Ämter und Behörden finden Sie den Bürgerservice im Bezirk mit Adressen, Anfahrt, Kontakt, Öffnungszeiten und aktuellen Stadtplan.

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Adresse

Berkaer Platz
14199 Berlin Schmargendorf

Kontakt

Telefon
030/9029 10

Anfahrt

U-Bahn U2, U3
Bus 110, 249, 310

Map / Stadtplan

Stadtplan Berlin

Besucher Informationen

Öffnungszeiten
Montag 09:00 - 15:00 Uhr
Dienstag 09:00 - 15:00 Uhr
Mittwoch 09:00 - 15:00 Uhr
Donnerstag 09:00 - 15:00 Uhr
Freitag 09:00 - 15:00 Uhr
Samstag Keine Sprechzeit
Sonntag Keine Sprechzeit

Geschichte Rathaus Schmargendorf

Das Rathaus Schmargendorf am Berkaer Platz

Das einstige Bauerndorf Schmargendorf am Rande des Grunewaldes, hatte sich Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Vorort Berlins entwickelt.

1883 erhielt der Ort eine eigene S-Bahn Station der Ringbahn (Bahnhof Schmargendorf). Im Jahr 1899 wurde der Ort zum selbstständigen Amtsbezirk.

Zu diesem Zeitpunkt tagte die Gemeindevertretung Schmargendorfs in einem kleinen Bauernhaus in der Breiten Straße. Dieses wurden für die Amtsgeschäfte zu klein und man beschloß 1900 den Neubau eines Rathauses.

Der Architekt Otto Kerwien aus Potsdam wurde beauftragt ein repräsentatives Rathaus zu bauen.

Auf einem knapp 2000 Quadratmeter großen Grundstück am Berkaer Platz entstand in nur zwei Jahren Bauzeit für 394.000 Mark der wunderschöne Bau in Märkischer Backsteingotik.

Gebäude

Das Gebäude liegt auf einer Grundfläche von 840 Quadratmetern. Es besteht aus zwei Flügeln, die in einem stumpfen Winkel von etwa 125° aneinanderstoßen. Zwischen den beiden Flügeln fungiert der Rathausturm mit einer Höhe von 46 Metern.

Der nutzbare Gebäudebereich vom Tiefparterre bis zum Dachgeschoss umfasst fünf Etagen. Im Tiefparterre befindet sich der Ratskeller, der einen separaten Eingang unterhalb des Turmes hat.

Im Tiefparterre liegt eine Wohnung für den Hausverwalter. Danben liegen vier Zellen für polizeilich Inhaftierte.

Im Erdgeschoss befanden sich Räume für die Polizei, die Stadtkasse, der Steuerverwaltung, die Bauverwaltung, ein An- und Abmeldebereich und eine fünf Zimmern große Wohnung für den höheren Verwaltungsbeamten.

Der 108 Quadratmeter große Ratssaal erstreckt sich über das erste und zweite Obergeschoss.

Im ersten Obergeschoss befindet sich ein kleiner Sitzungssaal, ein Zimmer des Amts- und Gemeindevorstehers, ein Zimmer des Amts- und Gemeinde-Sekretärs, Zimmer der Registratur und eine geräumige Wohnung für den Gemeindevorsteher.

Auf dem zweiten Obergeschoss befindet sich die Zuschauertribüne des Ratssaals.

Die Flächen im Dachgeschoss wurden für Beamtenwohnungen hergerichtet.

Innengestaltung

Alle Flure, das Haupt-Treppenhaus und der Ratskeller wurden mit Kreuz- oder Sterngewölben geschmückt. Diese Gewölbe wurden als Rabitz-Konstruktion ausgeführt und massiv vorgemauert.

Das Haupt-Treppenhaus ist mit 2,50 Meter breiten Treppenläufen und Granitstufen ausgeführt. Die Geländer sind mit Durchbrüchen massiv gemauert und mit farbig glasierten Backsteinen verblendet.

Der 9 × 12 Meter große Ratssaal wurde besonders ausgeschmückt. Von der Decke hängen zwei schwere Leuchter mit Verzierungen aus Bronze in Form von Wildschwein- und Bärenköpfen.

Der große Kamin ist das Schmuckstück des Sitzungssaals. Hinter ihm sind Heizkörper verborgen. Über der Kaminöffnung befindet sich ein Relief das Wotan und Brünhilde darstellt aus der Walküre. Gekrönt wird der Kamin von den Wappenschilden der Familien von Stubenrauch und von Eberstein.

Fünf Buntglasfenster des Saales zeigten Wappenschilder von Adelsgeschlechtern des Landkreises Teltow. Dabei handelt es sich um die Familien von Beyme, von Gerlach, von Schlegel, Graf von Podewils und von Wilmersdorf.

Gegenüber der Fensterfront befinden sich auf Eichenholz-Postamenten drei Büsten der deutschen Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II.

Geschnitzte Paneele aus Eichenholz bedecken die Wände. Ebenfalls reich verziert findet der Betrachter Flügeltüren mit Darstellungen der Dorfkirche Schmargendorf.

Fassade

Vorbilder für die Gestaltung des Rathauses waren die mittelalterlichen spätgotischen Befestigungsbauten in der Altmark wie Tangermünde und Stendal.

Der gesamte Bau besitzt einen Sockel aus Porphyrgranit. Das tragende Mauerwerk ist mit roten Backsteinen im Klosterformat verblendet.

Die Fassade besteht aus zahlreichen Giebeln, Türmen und Zinnen. In die rote Fassade sind weiße Blenden und unterschiedliche Fenstergrößen und -formen gesetzt. Am Hauptgiebel befindet sich reicher Schmuck aus Glasmosaik unter anderem das preußische Königswappen über den mittleren Fenster.

Über dem First dreht sich aus dem quadratischen Turm ein runder Turm heraus. Dieser Effekt wurde durch den spiralförmigen Einsatz glasierter Steine erreicht.