Körper

Der rote Lebenssaft

Blut in unserem Körper

Blut in unserem Körper

Das Blut ist ein ganz besonderer Lebenssaft.

Er versorgt das Gewebe mit Sauerstoff und transportiert das Abfallprodukt Kohlendioxid zum Ausatmen in die Lunge. Gleichzeitig trägt er lebenswichtige Nährstoffe wie Enzyme, Mineralstoffe und Hormone in jede Zelle des Organismus.

Unser Körper

Unser Körper ist im biologischen Sinne der Leib. Das optisch in austretende Material menschlicher Körper ist das Blut.

Bei einem belebten Körper kann dieser zu nicht materiellen Teilen eines Individuums wie Bewusstsein und Verhalten in Gegensatz gesetzt werden.

Mit dem Aufbau von Körpern beschäftigt sich die Anatomie, mit den Stoffwechselprozessen innerhalb eines Körpers die Physiologie.

Tote Körper werden auch als Korpus bezeichnet.

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Blut

Normalerweise macht die Blutmenge eines Menschen ein Zwölftel seines Körpergewichtes aus. Im Durchschnitt sind das fünf bis sechs Liter.

Verliert er davon durch eine Verletzung einen Liter, so ist er immer noch lebensfähig. Fehlen aber zwei oder gar mehrere Liter, sind die Blutgefäße nicht mehr genügend gefüllt. Der Blutdruck fällt rapide ab und der Kreislauf bricht zusammen. Der Mensch stirbt.

Der Arzt kann diese gefährliche Situation überbrücken in dem er die Blutmenge mit Kochsalzlösung auffüllt. Der Körper kann sich auch selbst helfen und Blut aus Körperregionen abziehen, die in einem Ernstfall auch mit einer geringeren Blutversorgung auskommen.

Das Blutplasma

Das Blut besteht zu 55 Prozent aus dem Blutplasma und zu 45 Prozent aus festen Bestandteilen. Das sind insbesondere die roten, die weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen.

Das Blutplasma ist, wenn es von den festen Bestandteilen getrennt wird, eine hellgelbe klare Flüssigkeit. Es besteht aus Wasser und etwa acht Prozent aus Eiweißstoffen, die bei der Krankheitsabwehr und bei der Blutgerinnung eine bedeutende Rolle spielen.

Die roten Blutkörperchen

Die wichtigste Produktionsstätte für das Blut ist das Knochenmark, wo die roten und weißen Blutkörperchen, die Erythrozyten und die Leukozyten, entstehen.

Größte Bedeutung haben die roten Blutzellen die willenlos im Blutstrom getrieben werden. Sie haben eine Größe von nur Siebentausendstel Millimeter aber eine unvorstellbare Menge von 25 Billionen.

Etwa 120 Tage nach ihrer Geburt werden Erythrozyten in der Leber abgebaut. Das Knochenmark fabriziert laufend neue, drei Millionen in jeder Sekunde. Die wichtigste Aufgabe der roten Blutzellen ist der Sauerstofftransport. In der Lunge heften sie sich an den eingeatmeten Sauerstoff. Beladen mit dieser Fracht, geht das rote Blutkörperchen in den Blutstrom, unterwegs nimmt es Nährstoffe aus Darm und Leber auf und transportiert alles zusammen in die Zellen. Ist die Ladung der Zellen dann abgeladen, nimmt der Erythrozyt Kohlensäure und andere Abfallprodukte des Stoffwechsels auf, die zu den Ausscheidungsorganen gebracht werden. Die Kohlensäure wird in den Lungen abgegeben und ausgeatmet.

Die weißen Blutkörperchen

Weiße Blutkörperchen, die Leukozyten, gibt es im Blut weniger. Auf rund 700 rote kommt nur ein weißes Blutkörperchen. Sie besitzen eine eigene Mobilität und können dadurch auch gewissermaßen gegen den Strom schwimmen. Diese Beweglichkeit brauchen sie unbedingt, denn sie sind die Gesundheitspolizei des Körpers.

Wenn wir und zum Beispielam Finger verletzt haben und Schmutz in die Wunde gekommen ist, blasen die weißen Blutkörperchen zum Großangriff. Nach einer Weile bildet sich Eiter, der hauptsächlich aus den zahlreichen zur Hilfe geeilten Leukozyten besteht. Sie töten die eingedrungenen Bakterien ab.

Die Blutplättchen

Nicht minder wichtig sind die Blutplättchen oder Thrombozyten, die etwa Zweitausendstel Millimeter groß sind. Sie werden ebenfalls im Knochenmark gebildet leben etwa sieben bis elf Tage. Sie leiten die Blutgerinnung ein, sobald es an irgendeiner Stelle des Körpers aus dem geschlossenen Kreislauf austritt. Es verhindern, dass der Verletzte verblutet.

Die Krankheiten des Blutes

Damit das Knochenmark immer wieder neues Blut nachliefern kann, muss es ausreichend mit Eisen und den Vitaminen B 6 und B 12 sowie mit Folsäure versorgt werden.

Die häufigste Blutkrankheit ist der Eisenmangel mit den typischen Symptomen physische und psychische Erschöpfung, Herzklopfen, Müdigkeit am Tage, Nervosität, Konzentrationsmangel, Brüchigkeit der Haare und Fingernägel, Schwindelzustände und Schlafstörungen. Der Gesamtbestand beträgt ca. sieben Gramm. Heranwachsende, insbesondere Mädchen, und Schwangere benötigen doppelt so viel Eisen (2 mg/Tag) wie der erwachsene Mensch (1 mg/Tag).

Dann gibt es die krankhafte Rot- und Weißblütigkeit, also die Vermehrung der roten beziehungsweise der weißen Blutzellen.

Symptome der Rotblütigkeit (Polyglobulie) sind Ohrensausen, Kopfschmerzen, und Erbrechen. Bei längerem Aufenthalt im Hochgebirge, wo der Organismus unter Sauerstoffmangel gerät, kommt es häufig zur erhöhten Produktion roter Blutkörperchen.

Die Weißblütigkeit (Leukozytose) verweist möglicherweise auf akute Entzündungen im Körper, zum Beispiel auf eine Lungenentzündung oder eine Entzündung des Blinddarms.

Die folgenschwerste Bluterkrankung ist die Leukämie (Blutkrebs), einer bösartigen Wucherung der weißen Blutzellen und eine Überschwemmung des Blutes mit unreifen Leukozyten, die nicht die Fähigkeit zur Entzündungsabwehr haben.

Die Heilungschancen des Blutkrebses haben sich erheblich verbessert.

Die Krankheit der Könige

Insgesamt ist die Blutgerinnung ein außerordentlich komplizierter, in vier Phasen ablaufender Vorgang, bei dem auch zahlreiche chemische Reaktionen von Bedeutung sind.

Es gibt es Menschen, bei denen die Blutgerinnung nicht funktioniert, weil in ihrem Blut einer dieser Faktoren, nämlich der Blutgerinnungsfaktor VIII, fehlt. Es sind die Bluter (Haemophile), die ein schweres Schicksal zu tragen haben. Diese Erbkrankheit wird von den Müttern weitergegeben, es erkranken jedoch nur Söhne daran. Man spricht auch von der Krankheit der Könige, weil eine Reihe männlicher Mitglieder europäischer Königshäuser daran erkrankt waren.

Die Bluttransfusion

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm man die erste Blutübertragung von Mensch zu Mensch vor. Bei jeder zweiten Übertragung gab es ernste Zwischenfälle, die meistens tödlich endeten. Kein Arzt zu jener Zeit traute sich mehr eine Transfusion zu wagen.

Im Jahre 1901 entdeckte der Wiener Arzt Karl Landsteiner die verschiedenen Blutgruppen. 1928 beschloss die Hygienekommission des Völkerbundes, die Blutgruppen in der ganzen Welt einheitlich zu bezeichnen. Man entschied sich für die vier Symbole 0 (Null), A, B und AB.