.

BERLINSTADTSERVICE

Gymnasium

Gymnasium in Berlin

Berlinstadtservice

Zurück zum Berlinstadtservice

Überblick

 
  
 

Gymnasium

Ein Gymnasium, teils auch Lyzeum, ist eine weiterführende Schule des sekundären Bildungsbereichs, die zur Hochschulreife führt. Der Beginn und die Länge der Ausbildung in einem Gymnasium hängt vom jeweiligen Schulsystem ab.

Fachrichtungen

Nach den Fachprofilen unterscheidet man traditionell das:
  • humanistische Gymnasium (HG) mit Schwerpunkt bei den alten Sprachen (Latein, Altgriechisch). Das Interesse am altsprachlichen Unterricht nimmt gegenwärtig wieder zu, Lehrkräfte unterrichten teils fachfremd.
  • neusprachliche Gymnasium (NG) mit Schwerpunkt bei den neuen Sprachen (früher auch Athenäum oder Realgymnasium genannt) – siehe auch zweisprachiger Unterricht. Manchmal auch je nach erster Fremdsprache mit NGE (Englisch), NGL (Latein) oder NGF (Französisch) abgekürzt.
  • mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium (MNG, früher: Realoberschule oder Oberrealschule)
  •  Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium (NTG), da Mathematik in allen Fachprofilen gleich intensiv unterrichtet wird).
Häufig sind das mathematisch-naturwissenschaftliche und neusprachliche Profil kombiniert. In manchen Ländern (zum Beispiel Nordrhein-Westfalen) ist diese Unterteilung offiziell aufgehoben und lebt höchstens insoweit fort, als einige Traditionsschulen im Rahmen der allgemein verbindlichen Regelungen ein eigenes Profil pflegen, zum Beispiel nur Latein als erste Fremdsprache anbieten. In anderen Ländern werden die Fachprofile durch unterschiedliche Stundentafeln mit Leben gefüllt.
Spezielle Profile haben das:
  • europäische Gymnasium mit Schwerpunkt auf Sprachen, drei Fremdsprachen werden gelehrt, eine vierte ist als Wahlpflichtfach möglich;
  • musische Gymnasium (MuG) mit Schwerpunkt auf Deutsch, Kunst und Musik mit einem Pflichtinstrument;
  • Musikgymnasium;
  • Sportgymnasium;
  • sozialwissenschaftliche Gymnasium (SWG);
  • Gesundheitsgymnasium (GG);
  • Wirtschaftsgymnasium (WG) mit Schwerpunkt auf den Fächern BWL und Sprachen;
  • ernährungswissenschaftliche Gymnasium mit Schwerpunkt in den Fächern Chemie und Biologie;
  • technische Gymnasium;
  • wirtschaftswissenschaftliche Gymnasium (WWG);
  • Gymnasien mit dem Abschluss International Baccalaureate;
  • Gymnasium Laucha an der Unstrut (Schwerpunkt Luft-/Raumfahrt)
sowie
  • berufliche Gymnasien (zum Beispiel technisches Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium, ernährungswissenschaftliches Gymnasium, agrarwissenschaftliches Gymnasium, biotechnologisches Gymnasium etc.).
  • Gymnasiale Oberstufe des Zweiten Bildungsweges: Abendgymnasium und Kolleg
Im Gegensatz zum Unterricht in den Gymnasien sind die Fachoberschule (FOS) mit dem Abschluss der Fachhochschulreife und die Berufsoberschule mit dem Abschluss der Allgemeinen Hochschulreife praxisnäher und stärker berufsbezogen.

Gliederung

Der gymnasiale Bildungsgang gliedert sich nach dem klassischen Modell (G9) in:
  • Sekundarstufe I (Klassen fünf/sieben bis zehn) und
  • Sekundarstufe II oder Oberstufe (Klassen elf bis zwölf oder elf bis dreizehn, je nach Dauer der Schulzeit)
Mit der Einführung des achtjährigen gymnasialen Ausbildungsganges (G8) in allen Ländern ändert sich in mehreren Ländern die Gliederung in:
  • Sekundarstufe I (Klassen fünf bis neun)
  • Sekundarstufe II (Klassen zehn bis zwölf)
Die Klassen fünf bis sechs haben in manchen Ländern als Orientierungsstufe einen Sonderstatus, der den Wechsel zwischen verschiedenen Schulformen erleichtern soll. Da aber beim Modell G8 die zweite Fremdsprache am Gymnasium bereits in der Klassenstufe sechs einsetzt, wird dieser Wechsel zukünftig nicht mehr hin zum Gymnasium funktionieren.
Nach überwiegender Nomenklatur gliedert sich die Sekundarstufe I in:
  • Unterstufe (Klassen fünf bis sieben)
  • Mittelstufe (Klassen acht bis zehn)
  • Oberstufe (Klassen 11 und 12).
In Deutschland ist die Oberstufe, auch Kurs- oder Kollegstufe im G8 insbesondere Jahrgang 11 und 12, sowie als Vorbereitung der Kursstufe das zweite Halbjahr der 10. Klasse. Anders als in der SekI wird in Kursen, nicht in Klassen unterrichtet. Die SekI wird geteilt in Unterstufe (5.-7.) und Mittelstufe (8.-10.), nach denen der Klassenlehrer gewechselt wird. In Österreich unterscheidet man ebenfalls nur Unterstufe (fünf bis acht) und Oberstufe (neun bis zwölf).
Wer die zehnte Klasse (oder neunte bei G8) des Gymnasiums erfolgreich abschließt, erwirbt in einigen Bundesländern neben der Berechtigung zum Besuch der Oberstufe (Oberstufenreife) auch den mittleren Schulabschluss der Realschule (Mittlere Reife) ohne weitere Abschlussprüfung, in anderen Ländern muss dafür eine Externenprüfung an einer Realschule abgelegt werden.
Mit Beginn des Schuljahres 2006/2007 wird in Nordrhein-Westfalen am Ende der Mittelstufe eine zentrale Abschlussprüfung stattfinden mit schriftlichen Prüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache.
In der Oberstufe können die Schüler ihre Schwerpunkte auf Haupt- und Nebenfächer (Grund- und Leistungskurs) ihrer eigenen Wahl legen, sie müssen nur bestimmte Kombinationsvorgaben erfüllen. Die Hauptfächer (Leistungskurse) werden in besonderem Augenmerk in der Abiturprüfung abgefragt. Hauptvorteil der Schwerpunktsetzung ist für die meisten Schüler die Abwahl einer Fremdsprache oder einer Naturwissenschaft.
In Rheinland-Pfalz nennt man die Oberstufe Mainzer Studien-Stufe, in der als Besonderheit die Leistungskurse schon ab Klasse elf beginnen und ab Klassenabschnitt elf/zwei ins Abitur eingehen. Es gibt hier drei Leistungskurse von denen einer zum Abitur hin auf Grundkurs abgestuft wird.

Traditionelle Bezeichnungen der Jahrgangsstufen

An einigen deutschen Gymnasien wurden traditionell die Jahrgangsstufen fünf bis dreizehn (oder zwölf) mit absteigenden lateinischen Zahlwörtern bezeichnet, wobei von der Abschlussklasse aus (prima = erste) nach unten (sexta = sechste) gezählt wurde. Ursprünglich gab es nur sechs Klassen, die später weiter unterteilt wurden:
  • Sexta (unterste Jahrgangsstufe = fünf)
  • Quinta
  • Quarta
  • Tertia (später: Untertertia und Obertertia)
  • Sekunda (später: Untersekunda und Obersekunda)
  • Prima (später Unterprima und Oberprima) (letzte Jahrgangsstufe = dreizehn)

Zulassung

Die Bedingungen für die Zulassung am Gymnasium sind je nach Bundesland verschieden. In einigen Bundesländern ist die Lehrerempfehlung verpflichtend, in anderen nicht. Es wird hinterfragt, ob eine verpflichtende Lehrerempfehlung vor dem Hintergrund der Ergebnisse der IGLU-Studie sinnvoll ist: Etwa die Hälfte der Empfehlungen bilden sich in den späteren Abschlüssen nicht ab. Eltern entscheiden sich häufig gegen die Grundschulempfehlung (30 Prozent senden ihre Kinder an eine höheren Schulform, 15 Prozent auf eine niedrigere Schulform). Eltern, die sich gegen die Empfehlung richten, haben meist recht (siehe Gutachten des DIPF zur Orientierungsstufe in Niedersachsen sowie die Zahlen aus den Gesamtschulen). Aber selbst wenn sich die Eltern an die Empfehlung halten, ist der zukünftige Lernweg nicht gesichert, was an den Zahlen zur Abschulung und zum Sitzenbleiben deutlich wird. (Siehe auch: Lehrerempfehlung) Für den Besuch eines Gymnasiums mit inhaltlichem Schwerpunkt ist vom Kultusministerium einiger Bundesländer (wie zum Beispiel Sachsen-Anhalt) eine Aufnahmeprüfung vorgeschrieben.
nach oben

© BERLINSTADTSERVICE 2010

www.berlinstadtservice.de haftet nicht für die Inhalte externer Websites