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Der Berliner
Fernsehturm ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands und
das vierthöchste nicht abgespannte Bauwerk Europas. |
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Erbaut: 1969 |
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Architekt: Hermann Henselmann |
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Höhe: 368 Meter |
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Fernsehturm Umgebung
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| Er wurde im historischen
Zentrum Berlins im Ortsteil Mitte (Bezirk Mitte) direkt neben der mittelalterlichen
Marienkirche in Nachbarschaft zum Roten Rathaus und unmittelbar westlich
des Alexanderplatzes errichtet. |
| Betreiber und Eigentümer
der Anlage ist die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) mit Sitz in Münster, ein
Tochterunternehmen der Deutschen Telekom AG. |
| Der Turm gehört
zur World Federation of Great Towers. |
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Fernsehturm
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Adresse |
Kontakt |
Öffnungszeiten |
Eintrittspreise |
Anfahrt |
Stadtplan
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Panoramastraße 1
10178 Berlin Mitte |
Telefon:
030/2423333 |
Täglich:
09:00 -24:00 Uhr |
Normal:
11.00 EUR
Ermäßigt: 7.00 EUR |
U-Bahn:
U2, U5, U8 |
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Am 4. August 1965 war in Berlin Baubeginn. Der Gesamtbauleiter und Chef der Deutschen Bauakademie Gerhard Kosel wurde bereits 1965 abberufen, da die Baukosten mit rund 200 Mio. Mark sechsmal höher wurden als ursprünglich kalkuliert. Grund hierfür war unter anderem, dass zahlreiche Materialien importiert werden mussten: die Außenverkleidung und die Scheinwerfer aus der Bundesrepublik, Aufzüge sowie Klimaanlagen aus Schweden und Fenster aus Belgien. Eine genaue Abrechnung über die Kosten wurde nie erstellt.
Zunächst wurde der Turmschaft in Kletterbauweise betoniert, wobei in dem Hohlkörper ein Stahlgerüst mit in die Höhe kletterte. Dann wurde am Boden das Stahlskelett der Kugel zusammengebaut. Auf der Spitze des Betonschaftes montierte man einen Montagekran, der die einzelnen Stahlsegmente der Turmkugel heraufbeförderte. Der Kran befindet sich heute noch dort, sein Ausleger ist nach unten geklappt. Die Antenne wurde aus einzelnen – etwa vier Meter großen – Segmenten zusammengesetzt. Hierfür wurde ein kleiner mitwachsender Kran an der Seite der Antenne installiert, der nach Beendigung der Arbeit wieder entfernt wurde.
Nach gut vier Jahren Bauzeit
rund um die Uhr wurde der Fernsehturm am 3. Oktober 1969 durch den damaligen
Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht eingeweiht und am 7. Oktober, dem
Jahrestag der DDR-Gründung, eröffnet. Zur Einweihung wurden die Architekten
– entgegen üblicher Gepflogenheiten – nicht eingeladen. Der Grund hierfür
soll gewesen sein, dass sich Ulbricht über die kreuzförmige Reflexion auf
der Kugel („Rache des Papstes“) geärgert habe. |
| Der Turm gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten
in Berlin und zählt jährlich rund eine Million Besucher. Heute ist er im
Besitz der Deutsche Funkturm GmbH (DFMG). Vorbild für die Konstruktion als
Betonnadel war unter anderem der Stuttgarter Fernsehturm. |
| Mit der Errichtung des Fernsehturmes wurde
der gesamte Bereich zwischen der Stadtbahnstrecke am Bahnhof Alexanderplatz,
der Karl-Liebknecht-Straße, der Rathausstraße und der Spree zu einer großzügig
angelegten Freifläche mit Springbrunnenanlage, Baumgruppen und Blumenrabatten
umgestaltet. Diese ist von vielgeschossigen Neubauten umgeben. Außer der
Marienkirche und dem Roten Rathaus erinnert nichts mehr daran, dass man
sich im historischen Stadtkern von Berlin befindet. |
| Nach der Wiedervereinigung übernahm die
Deutsche Telekom den denkmalgeschützten Turm und renovierte ihn. Im Zuge
dieser Arbeiten wurde die Antennenspitze erneuert und um drei Meter auf
eine Gesamthöhe von 368 Meter verlängert. |
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Innenraum Fernsehturm
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 Im
Inneren des Turmes befindet sich auf Erdgeschossebene ein großzügiges Foyer
mit Souvenirläden. Mehrere kreuzweise angeordnete Treppen führen zum Obergeschoss
der Eingangshalle. Dort befinden sich die Kasse und der Lifteingang.
Für Besucher sind zwei Etagen im Inneren der Kugel zugänglich: die Aussichtsetage
und das Telecafé. Zwei Lifte fahren innerhalb von 40 Sekunden in die Kugel
und enden auf Höhe der Panoramaetage. Im Inneren der Kabinen wird die aktuelle
Position in Höhenmetern auf einem Display in Digitalanzeige angegeben. Außer
einem Rundgang hinter den Aussichtsfenstern befindet sich dort ein weiterer
Souvenirstand und eine Panoramabar. In der darüber liegenden Etage befindet
sich auf einer Höhe von 207,5 Metern das Telecafé genannte Turmrestaurant |
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| Im Turm können Trauungen vorgenommen werden.
Sie werden von Beamten des Standesamtes Berlin-Mitte durchgeführt. |
| Für Rollstuhlfahrer ist der Zugang zum
Turm nicht möglich, da die Aufzüge bei einer Gefahrenlage ausgeschaltet
werden und sich jeder Besucher eigenständig über die Treppen in Sicherheit
bringen muss. |
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Umbauung Fernsehturm
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| Am Fuß des Turms wurde ein Bau mit einer
großzügigen Treppenanlage errichtet, in deren Hauptachse der Neptunbrunnen
von Reinhold Begas aufgestellt wurde. Er weist eine charakteristische spitzgiebelige
Dachkonstruktion auf und wird im Erdgeschoss durch eine Filiale der ALEX-Systemgastronomie
genutzt; das Obergeschoss bietet Raum für Ausstellungen. |
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Plattformen Fernsehturm
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| Die zwei Ringe am Betonschaft unterhalb
der Kugel sind Rettungsplattformen für den Notfall. Dorthin können sich
400 Besucher begeben, falls ein Brand in der Kugel auftritt. Dort kann man
bis zur Löschung ausharren oder über eine Treppe weiter hinabsteigen. |
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Antennenmast Fernsehturm
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| Das Ende der Spitze des Fernsehturmes
ist mit einem 1,5 Tonnen schweren Gewicht versehen, das die dünnere (herausragende)
Spitze bei starken Schwankungen durch Windeinflüsse automatisch wieder einpendelt
und für eine maximale Abweichung von 80 cm sorgt (Tilgerpendel). |
| Die Antennenanlage des Fernsehturms enthält
übereinander angeordnet verschiedene Antennen für digitales Fernsehen (DVB-T),
UKW-Radiosender und digitalen Rundfunk (DAB). Die Antennenanlage ist elektrisch
beheizbar, da sie im Winter eisfrei gehalten werden muss, um die Umgebung
des Fernsehturms vor herabfallenden Eisbrocken zu schützen. |
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| Rache des Papstes |
| Wenn die Sonne die Kugel der
Blechprismen aus rostfreiem Stahl anstrahlt, erscheint eine Reflexion in
Form eines Kreuzes. In Anspielung auf die atheistische Grundeinstellung
der sozialistischen Regierung und die Diskriminierung kirchlicher Einrichtungen
in der DDR bezeichneten Berliner dieses leuchtende Kreuz als „Rache des
Papstes“ oder auch, nach dem damaligen evangelischen Bischof Otto Dibelius,
als „Dibelius’ Rache“. |
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Eine beliebte – allerdings nicht
gesicherte – Anekdote in diesem Zusammenhang besagt, der Architekt sei nach
Fertigstellung von der Stasi vernommen worden, um herauszufinden, ob er
das Kreuz absichtlich mit eingeplant habe.
Nach einer weiteren Anekdote beendete ein Regierungsmitglied die Diskussion
mit dem Ausspruch: „Das ist kein Kreuz, sondern ein Plus für den Sozialismus!“
Die dritte Anekdote besagt, die Stasi habe anfänglich versucht, das reflektierende
Kreuz mittels großer Spiegel vom Boden aus wegzublenden. Schließlich gibt
es das Gerücht, dass in der Volkskammer der Abriss des Turmes diskutiert
worden sei. |
In seiner Rede vor dem Brandenburger Tor am 12. Juni
1987 griff US-Präsident Ronald Reagan eine Variation dieser
Gerüchte auf. Er behauptete, die Ost-Berliner Behörden hätten seit dem Bau
des Fernsehturms immer wieder mit dem Einsatz von Farbe und Chemikalien
vergeblich versucht, die Lichtreflexion an der Glaskugel zu verhindern. |
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| ST. Walter |
| Das Bauwerk an sich
wird aus demselben Grund auch „St. Walter“ (nach Walter Ulbricht) genannt.
Ebenso wird der Begriff „Ulbrichts Gedächtniskirche“ deshalb seit dem Tode
von Walter Ulbricht verwendet. |
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| Telespargel |
| Von Reiseleitern und Stadtführern wird
Touristen gern kolportiert, die Berliner würden den Fernsehturm „Telespargel“
nennen, so wie für jedes bekanntere Gebäude der Stadt angeblich ein Name
existiere, der von den Einheimischen benutzt werde. Dies ist in vielen Fällen
nicht zutreffend, Berliner benutzen in der Regel die Bezeichnung Fernsehturm
oder Alex. Die Bezeichnung Telespargel war ein von den DDR-Offiziellen gewünschter
Spitzname, der sich in der Praxis jedoch auch schon in der DDR nicht durchgesetzt
hat. |
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| Standortentscheidung |
Der
Parteichef der SED Walter Ulbricht traf am 22. September 1964 vor einem
Modell der Stadt höchstpersönlich die Wahl des Standorts mit den Worten:
„Nu, Genossen, da sieht man's ganz genau: Da gehört er hin.“ (nach Kraemer)
Zunächst wurde der Bau geheimgehalten, es gab keine offizielle Grundsteinlegung
oder Baugenehmigung.
Der Standort wurde so gewählt, dass alle großen Straßen und Sichtachsen
des gesamten Berlins, die auf das historische Stadtzentrum gerichtet sind,
auf den Fernsehturm zuführen. |