Berliner Rathäuser

Amtsstube - Ratsstube - Bezirksregierung

Rathaus Lichtenberg in Berlin

Rathaus Lichtenberg

Das Rathaus Lichtenberg befindet sich im Berliner Bezirk Lichtenberg-Hohenschönhausen.

Das neogotische Backsteingebäude vom Ende des 19. Jahrhunderts befindet sich in der Möllendorffstraße 6 in der Nähe des S-Bahnhofs Frankfurter Allee.

Nutzung

Im Rathaus befindet sich die Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg-Hohenschönhausen (BVV) und das Büro des Bürgermeisters.

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Adresse

Möllendorffstraße 6
10367 Berlin Lichtenberg

Kontakt

Telefon
030/9029 60

Anfahrt

U-Bahn U5
Tram 16, M13

Map / Stadtplan

Stadtplan Berlin

Besucher Informationen

Öffnungszeiten
Montag 08:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 08:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 08:00 - 18:00 Uhr
Donnerstag 08:00 - 18:00 Uhr
Freitag 08:00 - 15:00 Uhr
Samstag Geschlossen
Sonntag Geschlossen

Geschichte

Baubeschluß

Lichtenberg lag damals noch vor den Toren Berlins.

Durch das stetige Bevölkerungswachstum des Dorfes Lichtenberg ergab sich für die Gemeindeverwaltung um 1890 die Notwendigkeit, ein eigenes und repräsentatives Rathaus bauen zu lassen. Dazu wurde 1892 eine Kommission gebildet.

Nachdem der Standort in der damaligen Dorfstraße festlegt wurde, die Vorstellungen für das Gebäude entwickelt wurde, Bauland gekauft wurde die Planungen an den Maurermeister Oscar Peucker in Auftrag gegeben.

Parallel zu diesen Bautätigkeiten bemühte sich die Gemeinde um die Erlangung der Stadtrechte, man hätte dann auch gleich ein angemessenes Verwaltungsgebäude.

Nachdem Peucker seine Vorarbeiten abgeschlossen hatte, betraute die Verwaltung den eigens eingestellten Gemeindebaumeister Franz Emil Knipping mit der Ausführung.

Planung

Der Architekt des Rathauses plante ein spitzwinkliges Gebäude in märkischer Backsteinbauweise mit einem abgeschrägten Eingangsbereich in der Mitte. Die beiden Seitenflügel sind rückwärtig durch einen viertelkreisförmigen Trakt verbunden und bilden einen größeren ruhigen Innenhof. In der Aufsicht entsteht für das Gebäudeensemble somit ein Kreissegment mit abgeschnittener Spitze.

Fertigstellung

Bis zum 11. November 1898 wird das Gebäude fertiggestellt und in einem feierlichen Akt eingeweiht.

Gebäude

Das Rathaus fällt durch wohlverteilte Ziergiebel, Risalite, Rundbogenfenster, Balkone, Gesimse, Verblendwerke und durch akzentuiert gesetzte Schmuckornamente auf.

Zur Möllendorffstraße hin findet der Rathaus-Betrachter jeweils ein Wappenfeld aus Glasmosaik mit Darstellungen des Brandenburgischen Adlers und des Lichtenberger Wappens. Zur Rathausstraße hin des Brandenburgischen und den Preußisches Adler. Diese Hoheitszeichen wie auch das farbige Ziffernblatt der Rathausuhr fertigte die Firma Puhl & Wagner an. Zur farblichen Gestaltung werden vor allem die roten Backsteine im Kontrast mit grün glasierten Formsteinen und mit weißen oder ockerfarbenen Putzfeldern eingesetzt.

Bereits im Jahr 1909 erfolgten erste Umbauarbeiten, die sich vor allem durch die Verleihung der Stadtrechte an Lichtenberg ergaben.

Das heute unter Denkmalschutz stehende Rathausgebäude ist ein dreigeschossiger Bau mit Walmdach, im Haupteingangsbereich viergeschossig mit einem Staffelgiebel. Auf diesem Ziergiebel sitzt ein viereckiges Türmchen, bekrönt mit einer verkupferten Laterne mit Spitzhelm.

Das Eingangsportal ist durch schmiedeeiserne Gitter verziert, die der Kunstschmied Erich Retzdorf 1937 gestaltete. Ein eingearbeitetes Hakenkreuz im Gitter über der Tür wurde später fast unsichtbar gemacht.

Eine zehnstufige Treppe aus Granit führt in das Foyer. Kreuzgratgewölbe und Gurtbögen überwölben den Eingangsbereich. In den Bogenfeldern zeigen links und rechts neben der Treppe in Backstein und Glasurstein gefasste gemalte Medaillons symbolische Darstellungen von Handel, Gewerbe, Landwirtschaft und Verkehr sowie Allegorien der Einigkeit und der Gerechtigkeit. Der hölzerne Treppehandlauf endet in einem großen geschnitzten Löwenkopf.

Auf den Innenhof befinden sich drei Nebeneingänge.

Ausstattung

Der große Sitzungssaal befindet sich in der ersten Etage. An der Außenfassade ist er durch die großen Fensterbögen mit den medaillonartigen Oberlichtern zu erkennen.

Die Arbeitsräume für den Bürgermeister liegen neben dem Sitzungssaal zur Hauptstraße hinaus. Der große dunkelgetönte, mehrtürige Schrank mit schönem Schnitzwerk aus Eichenholz und ein passenden Schreibtisch, befindet sich heute im Heimatmuseum Lichtenberg.

Auch das Standesamt gehört zur Verwaltung des Bezirks. Im Rathaus gibt es dafür die normalen Arbeitsräume zur Erledigung aller Personenstandsangelegenheiten und das Eheschließungszimmer mit Stuckelementen und hölzernen Wandverkleidungen.

In historischen Rathäusern befinden sich auch immer Ratskeller, die meist eine Gastwirtschaft beherbergen. Auch der Gewölbekeller des Lichtenberger Rathauses diente bis etwa 2004 diesem Zweck, seitdem wird er als Zentrum für Kunst und Kultur, insbesondere für Ausstellungen, genutzt, ansonsten ist er geschlossen.

Mehrfache Umbauten führten zu deutlichen Änderungen im Inneren.

Zerstörung un Wideraufbau

Im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges war das Rathausgebäude stark geschädigt. Einzelne Gebäudeteile wurden schrittweise erneuert und konnten so wieder genutzt werden.

2007 erfolgten Instandsetzungen oder umfassende Renovierungsarbeiten.