| Als Keimzelle
der heutigen Universität wurde am 1. November 1770 auf Veranlassung
von Friedrich II. das Berg- und hüttenmännische Lehrinstitut,
später umbenannt in Bergakademie Berlin, nach Plänen des
Bergrates Carl Abraham Gerhard (1738–1821) gegründet. Als
zweiter Universitätsvorläufer entstand am 13. März 1799
durch königlichen Erlass die Bauakademie (Berliner Vorläuferin:
École de génie et d’architecture). Zur dritten Vorläufereinrichtung
wurde die am 1. November 1821 gegründete Technische Schule;
1827 umbenannt in Königliches Gewerbe-Institut. 1879 wurde
die Königliche Technische Hochschule bzw. Technische Hochschule
Charlottenburg gegründet. Als erster Technischer Hochschule
Deutschlands war ihr auf Betreiben von Adolf Slaby 1899
das Promotionsrecht verliehen worden. |
| 1878 bis 1884
wurde das Hauptgebäude nach Entwürfen von Richard Lucae,
Friedrich Hitzig und Julius Carl Raschdorff errichtet. Es
war ein Monumentalbau im Stil der italienischen Hochrenaissance
mit fünf Innenhöfen. Nach schweren Weltkriegsschäden wurden
drei der Innenhöfe, die Seitenflügel und der rückwärtige
Teil wiederaufgebaut, die Front mit dem Portikus dagegen
Anfang der 1950er Jahre abgerissen. |
| Der Ausbau der
später gegründeten, sogenannten Wehrtechnischen Fakultät
V war im Dritten Reich als einer der größten in Deutschland
geplant, kam aber nach dem Selbstmord des designierten Fakultätsführers
Becker nur ansatzweise zustande, obwohl die Grundstücke
hinter dem heutigen Telefunken-Hochhaus an der Bismarckstraße
und unter dem heutigen Teufelsberg, einer Ruinenaufschüttung,
bereits beschafft waren. Am 20. April 1945 wurde die Universität,
noch unter dem Namen Technische Hochschule Berlin, geschlossen
und am 9. April 1946 als Technische Universität Berlin mit
humanistischer Neuausrichtung (vorgeschriebener humanistischer
Studienanteil, Studium generale) neu gegründet. Die Humanistische
Fakultät wurde am 7. März 1950 gegründet. |
| 1958 erhielt
das Recheninstitut von Prof. Wolfgang Haack den ersten Zuse-Rechner
Z22. Das Institut ging 1974 in der Zentraleinrichtung Rechenzentrum
(ZRZ) der TU auf. |
| 1965 wurde das
heute von der Straße des 17. Juni aus sichtbare Hauptgebäude
nach Entwürfen von Kurt Dübbers vor den Altbau gesetzt.
Es ist ein zehngeschossiger aluminiumverkleideter Bau, der
ein vorgelagertes Auditorium Maximum (Audimax) hat. |
| 1969 führte das
Berliner Universitätsgesetz zur Ablösung der Ordinarien-
durch die Gruppenuniversität. Im Zuge dessen wurden 1970
die bisherigen neun Fakultäten durch 21 Fachbereiche ersetzt,
die – mit Ausnahme des Fachbereichs Mathematik – in Institute
gegliedert waren. Der Fachbereich Mathematik organisierte
sich in Arbeitsgruppen selbst. Am 1. April 2001 wurden die
Fachbereiche wieder zugunsten von Fakultäten abgeschafft,
die seitdem teilweise ihr Budget selbst verwalten. Begründet
wurde dies mit der Absicht, die TU schlanker und effizienter
zu organisieren. |
| Neben Veranstaltungsorten
an der Freien Universität Berlin war das Auditorium Maximum
(Audimax, im oberen Foto links von Kastanienbäumen eingerahmt)
der TU ein Hauptveranstaltungsort während der Auseinandersetzungen
der Studentenbewegung: nur wenige Hundert Meter vom ehemaligen
Telefunken-Hochhaus liegt die Deutsche Oper, der Ort, an
dem der Student Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 erschossen
wurde. |
| 1980 wurden Teile
der Pädagogischen Hochschule Berlin in die TU integriert. |
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Die Gegenwart der TU ist von massiven staatlichen Mittelkürzungen
und Stellenreduzierung und den resultierenden Erscheinungen
einer Massenuniversität (die TU Berlin ist die zweitgrößte
technische Universität Deutschlands) gekennzeichnet. Durch
regelmäßig hohe Einwerbung von Drittmitteln versucht die
TU extreme Auswirkungen abzumildern.
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| Im Rahmen der
Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung
von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen
wurden der Technischen Universität im Jahr 2006 eine Graduiertenschule
(Berlin Mathematical School) sowie 2007 ein Exzellenzcluster
(Unifying Concepts in Catalysis) bewilligt. |