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Freie Universität Berlin (FU)

Die Freie Universität Berlin (kurz: FU Berlin oder - seltener - FUB) ist die größte der vier Universitäten Berlins und eine der größten Hochschulen in Deutschland. Sie wurde 1948 gegründet und hat ihren Sitz sowie den zentralen Campus in Berlin-Dahlem.
Sie gehört zu den neun deutschen Universitäten, die im Rahmen der Exzellenzinitiative in die dritte Förderlinie aufgenommen wurden. Mit der Prämierung ihres Zukunftskonzepts „International Network University“ zählt sie zu den sogenannten Eliteuniversitäten.
 

Geschichte 

Die Freie Universität Berlin wurde am 4. Dezember 1948 gegründet. Die Gründung steht in engem Zusammenhang mit dem beginnenden Ost-West-Konflikt, der durch die verschiedenen politischen Ideologien der Alliierten entstand und eine gemeinsame Nachkriegsbehandlung Deutschlands scheitern ließ.
Die Berliner Universität (ab 1949 unter dem Namen Humboldt-Universität zu Berlin) lag im sowjetischen Teil der in vier Sektoren geteilten Stadt und erhielt von der Militäradministration (SMAD) die Erlaubnis, ihren Lehrbetrieb ab 1946 wieder aufzunehmen. Die politischen Auseinandersetzungen der Nachkriegszeit wurden in die Hochschule hineingetragen und führten zu einer zunehmenden kommunistischen Einflussnahme auf die Universität. Dies war umstritten und erregte starke Proteste innerhalb der Studentenschaft und von Teilen des Lehrkörpers. Eine der Reaktionen darauf war die Verhaftung mehrerer Studenten durch die sowjetische Geheimpolizei MWD im März 1947. Die Urteile des sowjetischen Militärtribunals in Berlin-Lichtenberg lauteten jeweils fünfundzwanzig Jahre Zwangsarbeit und wurden mit angeblicher Bildung einer „Untergrundbewegung an der Universität Berlin“, sowie angeblicher Spionage begründet. 18 weitere Studenten und Dozenten wurden zwischen 1945 und 1948 verhaftet oder verschleppt, viele blieben wochenlang verschwunden. Einige brachte man in die Sowjetunion und richtete sie dort hin.
Ende 1947 gab es die Forderung zur Neugründung einer freien Universität. Der Magistrat, in dem nichtkommunistische Kräfte dominierten, reagierte am 15. Januar 1948 auf die Situation an der alten Universität mit einem Beschluss und ordnete als Gegenmaßnahme die Wiedererrichtung der Deutschen Hochschule für Politik außerhalb der Berliner Universität an. Die Proteste gegen die politische Einflussnahme auf die Berliner Universität hielten an und erreichten am 23. April 1948 ihren Höhepunkt in einer Studentendemonstration, nachdem eine Woche zuvor drei Studenten ohne ordentliches Rechtsverfahren die Zulassung zum Studium entzogen wurde. Ende April ließ der amerikanische Militärgouverneur Lucius D. Clay die Errichtung einer neuen Universität im Westteil Berlins prüfen.
Anfang Juni 1948 wurde ein studentischer Vorbereitungsausschuss für die Gründung einer freien Universität ins Leben gerufen, am 19. Juni konstituierte sich der „Vorbereitende Ausschuss zur Gründung einer freien Universität“, an dem Politiker, Professoren, Dozenten, Verwaltungsmitarbeiter und Studenten gleichermaßen beteiligt waren. In einem Manifest mit dem Titel: Aufruf zur Gründung einer freien Universität Berlin, wendete sich der Ausschuss am 23. Juni an die Öffentlichkeit mit Bitte um Unterstützung.
Vor dem Hintergrund der Berliner Blockade stimmte der Magistrat von Groß-Berlin der Errichtung einer freien Universität zu und wünschte die Aufnahme des Lehrbetriebs zum Wintersemester 1948/1949, die Stadtverordnetenversammlung genehmigte die Satzung der neuen Universität am 4. November 1948. Gegen die Errichtung der Freien Universität protestierten die Studentenräte in der sowjetischen Besatzungszone, die DDR bezeichnete sie in offiziellen Dokumenten bis zum Fall der Berliner Mauer 1989 stets als sogenannte Freie Universität.
Unter dem Begriff „Berliner Modell“ erlangte die Satzung Bekanntheitsgrad: Zum einen wurde die Freie Universität als Körperschaft des öffentlichen Rechts errichtet und mit einer starken Selbstverwaltung nicht direkt dem Staat, sondern einem Kuratorium unterstellt. Sechs Vertreter des Landes Berlin, sowie drei Vertreter der Universität gehörten dem Aufsichtsorgan damals an. Außerdem hatten auch die Studenten einen Sitz im Kuratorium, sowie in allen anderen Gremien der akademischen Selbstverwaltung. In der Satzung spiegelten sich die Erfahrungen der staatlichen Einflussnahme auf die alte Berliner Universität wider: Staatsferne und die Unabhängigkeit akademischer Lehre und Forschung sollten so gesichert werden. Mit den für die damalige Zeit außergewöhnlich starken Einflussmöglichkeiten der Studenten in den Entscheidungsgremien trug man ihrem maßgeblichen Engagement bei der Gründung einer freien Universität Rechnung. – Diese Neuerungen waren bis dahin einzigartig und wurden an keiner anderen Universität praktiziert. Erst später, vor allem in den 1970er Jahren, wurde das Berliner Modell andernorts übernommen.
Der Lehrbetrieb wurde am 15. November 1948 in Gebäuden der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Dahlem aufgenommen, zusätzlich war die Anmietung von Villen in der unmittelbaren Umgebung notwendig, um den Raumbedarf für die neuen Institute zu decken. Erst am 4. Dezember 1948 fand die eigentliche Gründungsveranstaltung im Titania-Palast statt, einem Filmtheater, das im schwer zerstörten Nachkriegs-Berlin den größten verfügbaren Saal im amerikanischen Sektor bot. Gründungsrektor wurde der Historiker Friedrich Meinecke, der schon am 10. November von der alten Berliner Universität zur FU gewechselt war
Neben Wissenschaftlern, Studenten und Politikern, wie dem gewählten Oberbürgermeister von Berlin und Vorsitzenden des Gründungsausschusses Ernst Reuter, der amtierenden Oberbürgermeisterin Louise Schroeder und dem Kommandanten des amerikanischen Sektors Frank L. Howley, waren auch Vertreter US-amerikanischer Universitäten anwesend, so etwa die Repräsentanten der Princeton University und der Yale University, hier unter anderem der Schriftsteller Thornton Wilder.
Ihre Gründungsziele hat die Freie Universität Berlin auch in ihrem lateinischen Wahlspruch ausgedrückt: VeritasIustitia – Libertas, also die Werte der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der Freiheit.

Aufbau- und Rückbauphasen der Universität

Bereits im ersten Semester nach der Gründung gab es an der FU Berlin 2.140 Studenten; 1949 hatte sich diese Zahl bereits auf 4.946 erhöht. Bis zum Bau der Berliner Mauer 1961 kamen viele Studenten aus dem Ostteil Berlins, viele gefördert mit einem sogenannten Währungsstipendium des Berliner Senats.

1956 führte die FU als erste deutsche Universität eine Magisterprüfungsordnung ein.

In den späten 1960er Jahren war die Freie Universität eines der Zentren der 68er-Bewegung und der Außerparlamentarischen Opposition (APO) in Deutschland, zu der beispielsweise die FU-Studenten Rudi Dutschke und Benno Ohnesorg gehörten. Für die Universitäten ergaben die Proteste 1969 beispielsweise die Abschaffung des Ordinariensystems.
Durch die Bildungsexpansion in den 1970er Jahren begann die Entwicklung zur Massenuniversität. 1973 wurde die seit 1967 gebaute „Rostlaube“ als Institutsgebäude für einen Großteil der Geistes- und Sozialwissenschaften eröffnet. 1978 wurden die ersten Abschnitte der „Silberlaube“ eröffnet; weitere Abschnitte wurden 1982 bezogen.
Das Gelände der Pädagogischen Hochschule (PH) in Berlin-Lankwitz wurde 1980 in die FU Berlin integriert. Etwa die Hälfte der rund 5.000 PH-Studenten und der Professoren wechselten an die FU. Auf dem Gelände wurden die Geologie, die Geophysik und die Paläontologie sowie die Kommunikationswissenschaften und die Zentraleinrichtung für audiovisuelle Medien (ZEAM) untergebracht.
Mitte der 1980er Jahre erreichte die FU Berlin als „Massenuniversität“ erstmals eine Studierendenzahl von über 50.000 (1983: 50.298). Nach dem Mauerfall überstieg diese Zahl 60.000 und erreichte im Wintersemester 1991/92 mit 62.072 Studierenden ihren Höchststand. Damit wurde die FU (nach der Ludwig-Maximilians-Universität München) die zweitgrößte Universität Deutschlands.
Wenige Monate später beschloss der Senat von Berlin, die Studienplätze an der FU Berlin bis zum Jahr 2003 um 10.000 zu reduzieren. 1996 wurden weitere Kürzungen festgelegt. Die damit verbundenen Auswirkungen auf das Studienangebot führten im Wintersemester 1997/98 zu massiven Studentenprotesten gegen die Einsparungen im Bildungsbereich, die sich in Demonstrationen, Streiks und der Besetzung des Präsidialamtes auswirkten. Dennoch wurden Immatrikulations- und Rückmeldegebühren eingeführt. Die Studierendenzahl schrumpfte im Verlauf der Einsparungsprozesse auf 43.885 im Ws 2002/03.
Bedingt durch die angespannte Haushaltslage des Landes Berlin beschloss die Landesregierung die Umstrukturierung der Hochschulmedizin. Dies führte 2003 zur Fusion der beiden medizinischen Einrichtungen von FU und der Humboldt-Universität zu einem vereinigten Fachbereich, sie bilden seitdem gemeinsam die Medizinische Fakultät Charité – Universitätsmedizin Berlin.
Von 2002 bis 2005 ist die Studierendenzahl um weitere 20 % zurückgegangen, die Gesamtzahl betrug im Ws 2005/06 noch 34.936. Rund die Hälfte dieses Rückgangs ist auf die Verlagerung der Humanmedizin zurückzuführen, die Studierenden werden seitdem nicht mehr in der Statistik der FU geführt.
Im Oktober 2007 wurde die Universität „Exzellenzuniversität“ und kann nach den Förderlinien der Exzellenzinitiative unter anderem mit Zuschüssen für die Forschung von 21 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren rechnen. Wichtig war dabei der Zuschlag für das Konzept der "internationalen Netzwerkuniversität", aus den Auslandskontakten um das gepriesene New Yorker Fundraisingbüro entwickelte sich jedoch ein "Spendenskandal" um verdeckte Zahlungen.
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