Strasse

Prachtstraße - Boulevard - Straße

Unter den Linden in Berlin

Unter den Linden in Berlin

Unter den Linden ist eine Straße in Berlin Mitte.

Der Boulevard ist die zentrale Prachtstraße Berlins und verläuft durch die Dorotheenstadt und den Friedrichswerder.

Straßenführung

Die Prachtstraße führt vom Pariser Platz an der Ostseite des Brandenburger Tors, wo sich auch die Akademie der Künste und das bekannte Hotel Adlon befinden, über anderthalb Kilometer in östlicher Richtung bis zur Schloßbrücke, die die Verbindung zur Museumsinsel, dem Stadtschloss und dem östlichen Zentrum mit dem unübersehbaren Fernsehturm herstellt.

Verkehr

Sie ist eine zentrale Verkehrsachse im Zentrum Berlins und verbindet zahlreiche wichtige Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten miteinander.

Zukunft

Die wunderschönen historischen Gebäude und Palais werden historisch saniert.

Die beliebte Flaniermeile wird gänzlich vom Autoverkehr befreit.

Geschichte

Sind Sie an der Entstehung und damit verbundenen Geschichte interessiert? Unter der Rubrik Geschichte Straße Unter den Linden, auf dieser Seite, finden Sie Antworten.

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Adresse

Unter den Linden
10117 Berlin Mitte

Auskunft

Telefon
030/3339 509

Anfahrt

U-Bahn U55
Bus 100

Map / Stadtplan

Stadtplan Berlin

Karte

Bekannte Bauwerke und Plätze entlang der Straße Unter den Linden

Nördliche Straßenseite

• Wohnhaus des Malers Liebermann (Pariser Platz 1)
• Französische Botschaft (Pariser Platz 5)
• Ungarische Botschaft (Unter den Linden 76)
• Madame Tussauds Berlin (Unter den Linden 74)
• Polnisches Botschaftsgebäude (Unter den Linden 72)
• Deutscher Bundestags (Unter den Linden 50)
• ZDF-Hauptstadtstudio (Unter den Linden 36–38)
• Kaiserhöfe (Unter den Linden 26–30)
• Haus der Schweiz (Unter den Linden 24)
• Upper Eastside Berlin (Unter den Linden 14–16)
• Römischer Hof (Unter den Linden 10)
• Staatsbibliothek zu Berlin (Unter den Linden 8)
• Humboldt-Universität (Unter den Linden 6)
• Neue Wache (Unter den Linden 4)
• Zeughaus (Unter den Linden 2)
• Schloßbrücke
• Museumsinsel
• Lustgarten
• Berliner Dom

Südliche Straßenseite

• Amerikanische Botschaft (Pariser Platz 2)
• Akademie der Künste (Pariser Platz 4)
• Hotel Adlon (Unter den Linden 77)
• Deutscher Bundestags (Unter den Linden 70)
• Russische Botschaft (Unter den Linden 63–65)
• Komischen Oper (Unter den Linden 41)
• Haus der Gewerkschaften (Unter den Linden 15)
• Gouverneurshaus (Unter den Linden 11)
• Altes Palais (Unter den Linden 9)
• Königliche Bibliothek (Bebelplatz 1)
• Sankt-Hedwigs-Kathedrale (Katholischen Kirche 3)
• Staatsoper Unter den Linden (Unter den Linden 7)
• Prinzessinnenpalais (Unter den Linden 5)
• Kronprinzenpalais (Unter den Linden 3)
• Alte Kommandantur (Unter den Linden 1)
• Schinkelplatz
• Schloßbrücke
• Schloßplatz
• Berliner Stadtschloss

Geschichte der Straße Unter den Linden

Im 16. Jahrhundert war der Vorläufer der heutigen Repräsentations- und Flaniermeile nichts weiter als ein Reitweg.

Der Reitweg verband das Berliner Stadtschloss mit dem Tiergarten.

Der Dreißigjährige Krieg verwüstete das Schloss, Lust- und Tiergarten. Das war der Anlaß neue Gärten und Alleen anzulegen.

Kurfürst Friedrich Wilhelm schickte seine Gärtner auf Reisen, um den Lustgarten mit fremden Gewächsen neu zu bauen.

1647 konnte der Kurfürst die 942 Meter lange Allee besichtigen.

Berlin wurde zu einer großen Festung umgebaut. Um den Tiergarten und die Lindenstraße wurde vor dem Schloss das Neustädtische Tor errichtet.

Vor dem Tor, außerhalb der Festung, gab es nur trostlosen Sandboden und keinerlei Gebäude. Das Areal überließ der Kurfürst seiner Gattin Dorothea.

Die Fürstin teilte die sandigen Äcker in Parzellen auf und verkaufte diese, wodurch die neue Vorstadt entstand. Nun erlangte auch die Straße durch zunehmende Bebauung und Verkehr ihre wirklich Bedeutung.

Neue Bäume wurden gepflegt und einige holsteinische Winterlinden kamen dazu.

Viele Hugenotten ließen sich damals in der Neustadt nieder, die im Süden durch die Lindenallee begrenzt war.

Die Lindenallee lockte die Städter ins Freie und viele Maler machten die zu ihren Motiven.

Auf der Straße standen einfache Häuser die von Bauern und unteren Hofbeamten bewohnt wurden. Bald entstanden die bis heute erhaltenen Prunkbauten.

1663 wurde das Kronprinzenpalais am Anfang der Straße gebaut.

Entwicklung Straße Unter den Linden

Straße Unter den Linden Friedrich I. ließ 1696 die Akademie der Künste und 1700 eine Akademie der Wissenschaft an der Lindenallee gründen. Südlich der Linden entstand die Friedrichstadt. Die Lindenallee erhielt einige öffentliche Gebäude und imposante Häuser der Hofbediensteten.

Die Straße unterlag nun reger Benutzung, da die Königin sich am westlichen Ende in Lietzenburg, heute Charlottenburg, ein Sommerschloss hatte bauen lassen und mit großer Begeisterung Bälle, Maskeraden und Schauspiele veranstaltete.

Friedrich I. achtete sehr darauf, dass seine Allee gut gepflegt wurde und erließ er ein Gesetz, nach dem jeder Bewohner auf die Linden vor seinem Haus achten und Beschädigungen melden sollte.

Straße Unter den Linden1706 wurde das Zeughaus gebaut. Im heute ältesten Bauwerk unter den Linden lagerten damals 150.000 Gewehre und Kriegstrophäen.

Das Zeughaus bildet heute zusammen mit dem sogenannten Kommandantenhaus den östlichen Abschluss der Straße. Unweit davon ließ Friedrich der Große und sein Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff das Forum Fridericianum am heutigen Bebelplatz, mit dem Opernhaus, der Sankt-Hedwigs-Kathedrale, der Königlichen Bibliothek und dem Palais des Prinzen Heinrich errichten. Später kam das erste Gebäude der 1810 gegründeten Humboldt-Universität hinzu.

Straße Unter den LindenDer westliche Teil der Straße wurde ab 1674 Zug um Zug ausgebaut. Im 19. Jahrhundert, nach dem Sieg über Napoléon, ließ Friedrich Wilhelm III. den östlichen Teil der Straße durch seinen Baumeister Karl Friedrich Schinkel zu einer Triumphstraße ausbauen.

Am Übergang vom östlichen zum westlichen Teil der Straße, wo sie sich von einer offenen Prachtstraße zu einer genau so breiten, aber zurückhaltenderen Allee verwandelt, wurde das Reiterstandbild Friedrichs des Großen errichtet. Diese Arbeit des Bildhauers Christian Daniel Rauch ist eines der wichtigsten Werke repräsentativer Bildhauerkunst des 19. Jahrhunderts.

Straße Unter den LindenDer westliche Teil hingegen wurde im 19. Jahrhundert zunächst zu einer repräsentativen, gutbürgerlichen Wohnlage, die sich in den Jahren nach 1871 dann relativ schnell zu einer belebten großstädtischen Geschäftslage mit Läden, Restaurants und Agenturgebäuden wandelte.

Ab Oktober 1901 befand sich im Hotel Imperial (Unter den Linden 44), in dessen Foyer vierhundert Sitze und eine Bühne eingebaut worden waren, der feste Spielort des Kabaretts Schall und Rauch von Max Reinhardt. Das Kabarett das auf dem Grundstück der heutigen Russischen Botschaft lag, wurde in der darauffolgenden Spielzeit zum Kleinen Theater, das heute als Ausgangspunkt der großen Theaterkarríere Max Reinhardts gilt.

Straße Unter den LindenIm Jahre 1937 wurde die Hausnummern verändert. Während zuvor die Zählung am Palais Redern, heute Hotel Adlon am Pariser Platz begann und auf der südlichen Seite Nummer für Nummer bis zum Forum Fridericianum voranschritt, um auf der Nordseite der Linden zurückzuführen, wurde nun die Kommandantur zur Hausnummer 1, der Platz am Zeughaus und der Platz am Opernhaus erstmals mit einbezogen und die Nummern springend in Richtung Brandenburger Tor vergeben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Straße fast völlig zerstört. Eines der wenigen noch nutzbar gebliebenen Gebäude war die Fassadenseite UdL des Römischen Hofs. Der Gebäudeteil in der Charlottenstraße blieb dagegen noch bis zum Beginn der 1990er-Jahre eine ungenutzte Ruine.

1945 - 1989

In den Jahren 1945 bis 1948 mussten die vielen zerstörten Palais und Gebäude enttrümmert werden, weswegen entlang des Boulevards eine Trümmerbahn verlegt wurde. 1949 begann der Wiederaufbau.

Neue Gebäude entstanden, wie das der 1951 erbauten Sowjetischen Botschaft. Dieses Gebäude ist ein Beispiel stalinistischer Architektur und ein Symbol der politischen Verbundenheit der damals neu gegründeten DDR mit der Sowjetunion. Das Architekturensemble wird seit der Auflösung der Sowjetunion als Botschaft der Russischen Föderation weiter genutzt.

Bis zum Ende der 1960er-Jahre wurden die meisten historischen Gebäude wieder aufgebaut, mit Ausnahme des Stadtschlosses, das unter dem Einfluss der sowjetischen Besatzungsmacht als Symbol des verhassten preußischen Militarismus gesprengt wurde.

Das Preußenschloß wurde 1973 durch den Palast der Republik ersetzt der 2008 wieder abgerissen wurde.

Das Berliner Stadtschloss wurde an historischer Stelle auf seinen alten Fundamenten wieder aufgebaut und bildet den Abschlus des Boulevard Unter den Linden.

In die vielen nach dem historischen Vorbild wieder entstandenen Gebäude, die meist gegen Ende des 19. Jahrhunderts oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts von renommierten Architekten errichtet worden waren, zogen neue Nutzer ein.

Heute

Nach Willen des Berliner Senats soll die Berliner Prachtstraße in den Zustand des 19. Jahrhundert versetzt werden. Das heißt der gesamte Boulevard wird für den Straßenverkehr gesperrt.

Belegungsplan 1945 - 1989

Nördliche Straßenseite

• Berliner Mauer (Pariser Platz)
• Botschaft der Ungarischen Volksrepublik
• Botschaft der Volksrepublik Polen
• Zentralstelle für Forschungsbedarf
• Autosalon
• Exportgesellschaft Wiratex
• Kleines Café Unter den Linden
• Buchhandlung für die Frau
• Ministerium für Außenhandel
• Herrenausstatter
• Balkantourist
• Französische Botschaft
• Italienische Botschaft
• Zentralrat der FDJ
• Komitee für Touristik und Wandern
• FDJ-Bezirksleitung Berlin
• Sportartikel-Geschäft
• Stoffladen Vitrine
• Unterwäsche-Fachgeschäft
• Britische Botschaft
• Tunesische Botschaft
• Boutique Sibylle
• SAS Skandinavien Airlines
• Sparkasse
• Interhotel Unter den Linden
• Uhren-Fachgeschäft
• Zeitzer Lederwaren
• Souvenirgeschäft Bulgaria
• Bulgarisches Kulturzentrum
• Deutsche Staatsbibliothek
• Humboldt-Universität
• Mahnmal für die Opfer des Faschismus
• Museum für Deutsche Geschichte

Südliche Straßenseite

• Amerikanische Botschaft (Pariser Platz 2)
• Ministerium für Volksbildung
• Universitätsbuchhandlung
• Berlin-Souvenir
• Botschaft der UdSSR
• Intourist
• Aeroflot
• Nowosti (APN)
• Antiquariat
• Dänische Botschaft
• Büro der Komischen Oper
• Kunstsalon
• Meißner Porzellan
• Pelzgeschäft
• Kunstgewerbesalon
• Havanna-Laden
• Delikat-Laden
• Lindencorso
• Deutsche Bauakademie
• Buchhandlung - Das sowjetische Buch
• Haus der Gewerkschaften
• Internationale Demokratische Frauenföderation
• Zentralvorstand der IG Metall
• Sektion Pädagogik der HUB
• Institut der Sektion Pädagogok
• Bibliothek der HUB
• Staatsbank der DDR
• Sankt-Hedwigs-Kathedrale
• Deutsche Staatsoper
• Operncafé
• Gästehaus des Ministerrats
• Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten

Gegenwart

Nach 1989 wurde der Palast der Republik geschlossen und verfiel zunehmend. Die Frage, ob er renoviert werden soll oder ob an seiner Stelle wieder das alte Stadtschloss oder aber etwas gänzlich anderes errichtet werden soll, war in diesen Jahren Gegenstand einer lebhaften Kontroverse im kulturellen Leben Berlins.

Im Jahr 2008 wurde der Kulturpalast jedoch vollständig abgetragen. Gleichzeitig fand ein Architekten-Wettbewerb für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses statt, welchen Francesco Stella gewann.

2010 war Baubeginn für das Humboldt-Forum in der Kubatur des Berliner Stadtschlosses.

Der gesamte Straßenverkehr wird vom Stadtschloss bis zum Brandenburger Tor unterbunden.

Denkmäler Straße Unter den Linden

Dennewitz

Dennewitz

Zwischen der Staatsoper und dem Prinzessinnenpalais gibt es die Skulpturen der Generäle Scharnhorst, Bülow, Gneisenau, Blücher und Yorck.

Reiterstandbild Friedrichs des Grossen

Friedrich der Große

Im Bereich des Lindenforums, wie die Promenade in der Mitte der Straße genannt wird, befindet sich das Reiterstandbild Friedrichs des Großen.

Wilhelm Alexander von Humboldt

Wilhelm Alexander von Humboldt

Am Eingang der Humboldt-Universität befinden sich zwei Skulpturen für die Namensgeber der Lehreinrichtung - Wilhelm Alexander von Humboldt.