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Spandau ist der fünfte Verwaltungsbezirk
von Berlin. Er wurde 1920 aus dem ehemaligen Stadtkreis Spandau und
mehreren umliegenden Gemeinden und Gutsbezirken gebildet. |
| Spandau
liegt zum größten Teil am westlichen Ufer der Havel.
Die Stadt wurde gegründet am Zusammenfluss von
Spree und Havel. Spandau grenzt ans Bundesland Brandenburg, Landkreis
Oberhavel, Landkreis Havelland und die Stadt Potsdam. |
| Die
Besiedlung des Gebietes lässt sich bis ins 6. Jahrhundert zurückverfolgen,
als das Havelland von den Sprewanen und Hevellern (slawische Stämme)
besiedelt wurde. Albrecht der Bär soll hier eine Burg errichtet haben,
aus der die namensgebende Burganlage Spandow entstand, die im Jahr 1197
zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Um diese Burg entwickelte sich
die Stadt Spandow, die zum Zentrum des Gebietes wurde. |
| Entgegen
allgemein verbreiteter Ansicht wurde in der am 7. März 1232 von den
Markgrafen Johann I. und Otto III. ausgestellten Urkunde Spandau nicht
das Stadtrecht erteilt. Der Text der Urkunde – sofern die erhaltene
deutsche Übersetzung authentisch ist, was teilweise angezweifelt wird
– macht vielmehr deutlich, dass Spandau bereits Stadtrechte besaß und
hier noch zusätzliche Rechte – vor allem der Bau einer Flutrinne, der
Vorgängerin der Schleuse – gewährt wurden. Wann die Verleihung der Stadtrechte
erfolgte, geht daraus nicht hervor. Da jedoch für das Alter von Städten
die förmliche Verbriefung (das Urkundsprinzip) gilt, und in der genannten
Urkunde Spandau zum ersten Male als Stadt erwähnt wird, ist es erst
ab 1232 als Stadt anzusehen. Am 1. November 1539 trat Kurfürst Joachim
II. in der Spandauer St.-Nikolai-Kirche zum protestantischen Glauben
über, wodurch die Mark Brandenburg ebenfalls protestantisch wurde. |
| Der
Zustand der Stadt und Umgebung um 1728 wird in beeindruckender Weise
in einem Katasterwerk für die befestigte Stadt Spandau dokumentiert,
womit erstmals ein komplettes Liegenschaftskataster mit den beiden großmaßstäblichen
Karten Spandau Intra moenia (1:1000) und Spandau extra moenia sowie
entsprechenden Eigentümerverzeichnissen geschaffen wurde. Dieses liegt
heute noch vor (Stadtarchiv Spandau, Vermessungsamt Spandau). Erarbeitet
wurde dieses Werk von dem Landmesser Gustav Haestskau. |
| Die
Schreibweise des Namens wurde im Jahr 1878 von Spandow in Spandau geändert.
Am 1. April 1887 schied die Stadt aus dem Landkreis Osthavelland aus
und wurde ein Stadtkreis. |
| Mit
Bau der Berlin-Hamburger Bahn erhielt Spandau am Bahnhof Stresow im
Jahr 1846 einen Eisenbahnanschluss, 1871 folgte die Berlin-Lehrter Eisenbahn.
Der mit der Industrialisierung Spandaus stetig steigende Pendlerverkehr
führte zwischen 1909 und 1911 zum Bau der Spandauer Vorortbahn, die
1928 als S-Bahn elektrifiziert wurde. Während des Ersten Weltkrieges
wuchs vor allem die Rüstungsindustrie, sodass Spandau zum Ende des Krieges
ein bedeutendes Rüstungszentrum des Deutschen Reiches geworden war.
Das hier gefertigte Maschinengewehr MG 08/15 wurde zum Synonym für die
gleichnamige Redewendung. Ab 1897 siedelte das Elektrounternehmen Siemens
& Halske Produktion und Verwaltung im Osten Spandaus auf den Nonnenwiesen
an. Ein Novum war der mit dem Aufbau dieses Industriegebiets einhergehende
Bau einer Wohnsiedlung durch Siemens. Dazu gehörte auch deren Infrastruktur:
der Bahnhof Fürstenbrunn, die Straßenbahn an der Nonnendammallee und
1929 die S-Bahn zum neuen Ortsteil Siemensstadt. |
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Im Rahmen der Bildung von Groß-Berlin am 1. Oktober 1920 wurde aus
den folgenden Gebietseinheiten der Bezirk Spandau, damals der achte
Bezirk Berlins, gebildet:
- Stadtkreis Spandau
- Gemeinde Staaken
- Gemeinde Tiefwerder
- Gemeinde Pichelsdorf
- Gemeinde Gatow
- Gemeinde Kladow
- Gutsbezirk Spandau-Zitadelle
- Gutsbezirk Pichelswerder
- Gutsbezirk Heerstraße (nördlicher Teil)
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| Nach
dem Zweiten Weltkrieg gehörte der Bezirk Spandau in der „Vier-Sektoren-Stadt“
Berlin zum Britischen Sektor und verlor West-Staaken an die Sowjetische
Besatzungszone. Bis 1987 befand sich an der Wilhelmstraße das Kriegsverbrechergefängnis
Spandau, in dem die Alliierten zuletzt nur noch den zu lebenslanger
Haft verurteilten Rudolf Heß bewachten. Sofort nach dessen Tod wurde
das Gefängnis abgerissen und ein Einkaufszentrum für die in Spandau
stationierten britischen Truppen errichtet. 1990 erhielt Spandau das
seinerzeit abgetrennte West-Staaken zurück. |
| Der
gesamte S-Bahnverkehr im Bezirk kam 1980 auf den drei Strecken von Jungfernheide
nach Gartenfeld (Siemensbahn) sowie über Fürstenbrunn nach Spandau und
von Friedrichstraße über Westkreuz – Spandau nach Staaken völlig zum
Erliegen. 1980 erhielt der Bezirk mit der Verlängerung der U-Bahnlinie
U7 zum U-Bahnhof Rohrdamm erstmals Anschluss an das Berliner U-Bahnnetz.
1984 wurde die U7 bis zum Endbahnhof Rathaus Spandau fertiggestellt.
Seit 1998 fährt die S-Bahn wieder über die Gleise der Spandauer Vorortbahn
bis zum neu errichteten Fernbahnhof Spandau. |
| Der
Bezirk Spandau ist mit seinen Ver- und Entsorgungseinrichtungen wie
dem Kraftwerk Reuter, dem Müllverbrennungs- und Klärwerk Ruhleben sowie
zahlreichen Produktionsstätten (z. B. Siemens, Osram, BMW-Motorräder)
ein bedeutender Wirtschaftsstandort für Berlin. Gleichzeitig besitzt
der Bezirk auch große Wald- und Wasserflächen, die als Ausflugsgebiet
genutzt werden. |
| Das
kulturelle Zentrum des Bezirks ist die Spandauer Altstadt, von deren
ursprünglicher Bausubstanz allerdings aufgrund der Kriegsereignisse
des Zweiten Weltkrieges wenig erhalten geblieben ist. Dennoch gelang
mit der Sanierung in den 1970er-Jahren und der Beseitigung der nach
dem Krieg in Baulücken entstandenen eingeschossigen Behelfsbauten für
Geschäfte ein überzeugendes Bild der neuen Altstadt. Sie wurde gleichzeitig
vom Durchgangsverkehr weitgehend befreit und in eine Fußgängerzone umgewandelt.
Sie bietet daher ausreichend Platz für Wochenmärkte und den alljährlich
in der Adventszeit stattfindenden Spandauer Weihnachtsmarkt. Trotz der
Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg hat Spandau immer noch eines der ältesten
Häuser in ganz Berlin, das als Museum genutzt wird. |
| Ein
ehrgeiziges Projekt ist seit Anfang der 1990er-Jahre die städtebauliche
Entwicklungsmaßnahme „Wasserstadt Berlin-Oberhavel“, die im Jahr 2008
weitgehend abgeschlossen wurde. Das zu gestaltende Areal erstreckt sich
beidseits der Insel Eiswerder sowie nördlich davon auf ehemaligen, für
die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Industrie- und Brachflächen an
der Havel. Der hier vollzogene Stadtumbau ist ökologisch orientiert.
Besonders attraktiv sind die Wohnquartiere unmittelbar am Ufer der Havel.
Geboten werden neben städtebaulichen Standards, wie Spielplätzen und
Parks, neue Wassersportmöglichkeiten (z. B. seit 2007 der Maselakepark).
Die Entwicklungsmaßnahme hat dem Land Berlin hohe Investitionen abverlangt,
die sich – bei sinkenden Grundstückspreisen in Berlin seit ca. 1995
– nicht aus Wertsteigerungen der entwickelten Grundstücke refinanzieren
ließen. Auch sind die neuen Wohnbaugebiete in Teilen nur sehr zögerlich
vom Grundstücksmarkt angenommen worden, sodass im Jahr 2009 noch große
Flächen (in der Anflugschneise des Flughafens Tegel) brachlagen. |