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Schlossgarten Charlottenburg

Schlossgarten Charlottenburg

Themenübersicht

Schlossgarten Charlottenburg in Berlin

 
 

Charlottenburg Schlosspark

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Der Schlossgarten Charlottenburg (im Volksmund „Schlosspark“ genannt) wurde ab 1697 von Siméon Godeau als französischer Barockgarten angelegt.

Er umfasste ein Barockparterre auf der Gartenseite des Kerngebäudes, ein West- und ein Ostboskett an der Spree mit drei Angelhäusern und einem kleinen Hafen für die Treckschuten, die zweimal am Tag nach Berlin fuhren.

Außerdem gab es einen Spielgarten mit Wasserbassins, Bahnen für das Boule-Spiel und einen Fasanengarten.

Schlossgarten Charlottenburg Umgebung

   
  Erbaut: 1697
  Architekt: Siméon Godeau
  Nutzung: Schlosspark
  Lage: Berlin Charlottenburg
   
  Schloß Charlottenburg
  Schloßpark-Hotel
  Restaurant le Piaf
   

Schlossgarten Charlottenburg

Adresse Eintrittspreise Anfahrt

Stadtplan

Spandauer Damm 10
14059 Berlin - Charlottenburg
Eintritt: Frei S-Bahn:
S41, S42, S46
Stadtplan Berlin
 

Schlossgarten Charlottenburg

Sehenswürdigkeit Berlin

Während seiner Regierungszeit zwischen 1713 und 1740 kürzte Friedrich Wilhelm drastisch den Etat für die Pflege des Schlossgartens. Durch den Verkauf von Kräutern und seltenen Gewächsen sowie Verpachtung der hinteren Wiese deckte er die Kosten teilweise. Er übergab einen Bereich der Anlage den Ackerbauern zur eigenen Bewirtschaftung. In der Zeit von 1740 bis 1786 kümmerte sich Friedrich II. um die Wiederherstellung des Lustgartens, diesmal allerdings im modernen Stil des Rokokos.
Friedrich Wilhelm II. schloss sich während seiner Regierungszeit 1786–1797 dem romantischen Trend mit seiner Vorliebe für englische Landschaftsgärten an, der in krassem Gegensatz zu den geometrischen Formen und Sichtachsen des Barockgartens stand. Er beauftragte 1788 den Gärtner Johann August Eyserbeck aus Wörlitz mit einer solchen Anlage nach dem Modell des Wörlitzer Parks. Es kam zu einer Vielzahl von Vorschlägen (darunter drei Pläne Johann August Eyserbecks sowie verschiedene Entwürfe Georg Steiners und Peter Joseph Lennés). Als erstes verwandelte er das Parterre vor dem Mittelbau (Altes Schloss) in eine Rasenfläche mit lockeren Grasflächen und Baumgruppen, die im Laufe der Zeit immer wieder mit veränderten Bepflanzungen umgewandelt wurden; auch löste er die geraden Uferlinien des Karpfenteichs und die Wasserläufe auf. Die drei Angelhäuser ließ er im gotischen Stil restaurieren. Als Eyserbeck 1801 starb, übernahm der Gärtnergeselle Steiner(t) sein Amt, der die Verlandschaftung fortsetzte. Im Jahr 1819 kam der Gartenkünstler Lenné hinzu. Er verlandschaftete das Westboskett, und gab der Gesamtanlage den letzten künstlerischen Schliff.
Friedrich Wilhelm IV. ließ das Boskett hinter der barocken Orangerie wieder so herstellen, wie er sie aus seiner Kindheit in Erinnerung hatte. Allerdings entsprach seine Gestaltung nicht genau dem barocken Zustand.
Schlossgarten CharlottenburgIm Schlossgarten befinden sich das 1788 von Carl Gotthard Langhans erbaute Teehaus Belvedere und der 1824/1825 als neapolitanische Villa errichtete Neue Pavillon.

Der von Schinkel für Friedrich Wilhelm III. und seine zweite Frau, der Fürstin Liegnitz, entworfene Neue Pavillon wurde nicht gemeinsam bewohnt. Er wird seit der Nachkriegszeit Schinkelpavillon genannt.

1810 wurde für Friedrich Wilhelms erste Ehefrau, Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz, ein Mausoleum erbaut, die berühmte Grabskulptur auf ihrem Sarkophag stammt von Christian Daniel Rauch.
Zwei weitere Staffagebauten – das Otahitische Korbhaus (um 1790 von Ferdinand August Friedrich Voß entworfen) und das Gotische Angelhaus an der Spree (1788 von Carl Gotthard Langhans) – mussten wegen ihrer leichten Bauweise häufig repariert werden. 1849/1850 ein letztes Mal erneuert, wurden das Korbhaus 1865 und das Angelhaus 1884 abgerissen.
Nach starken Verwüstungen im Zweiten Weltkrieg sprach sich vor allem die Direktorin der West-Berliner Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten, Margarete Kühn, für eine sich dem barocken Zustand annähernde Wiederherstellung des Parterres aus, da es in Deutschland nur wenige, in Berlin aber überhaupt keine barocken Gartenanlagen mehr gab. Dabei entsprechen die 1958 gestalteten broderieverzierten Flächen keinesfalls dem Originalzustand. Weil dieser als zu pflegeaufwendig galt, wurde die Ornamentik anhand verschiedener barocker Musterbücher gestaltet. Auch ist die heutige Fontäne im Wegekreuz deutlich größer ausgeführt als das Ursprungsobjekt. Trotz vielfacher Kritik an dieser unhistorischen Konzeption erfolgte 2001 auf Betreiben der Berliner Gartendenkmalpflege die Restaurierung der Gestaltung aus den 1950er-Jahren, weil diese Anlage mittlerweile ebenfalls als geschichtliches Zeugnis zu bewerten sei.
Der Schlossgarten dient den Bewohnern der angrenzenden, dicht besiedelten Charlottenburger Altbaugebiete seit langer Zeit als Naherholungsgebiet. Seit 2004 existieren Pläne der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, ein Eintrittsgeld zu erheben. Gegen diese Absichten hat sich die Bürgerinitiative Rettet den Schloßpark! gegründet.
 

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