| Während seiner Regierungszeit zwischen
1713 und 1740 kürzte Friedrich Wilhelm drastisch den Etat für
die Pflege des Schlossgartens. Durch den Verkauf von Kräutern
und seltenen Gewächsen sowie Verpachtung der hinteren Wiese
deckte er die Kosten teilweise. Er übergab einen Bereich der
Anlage den Ackerbauern zur eigenen Bewirtschaftung. In der Zeit
von 1740 bis 1786 kümmerte sich Friedrich II. um die Wiederherstellung
des Lustgartens, diesmal allerdings im modernen Stil des Rokokos. |
| Friedrich Wilhelm II. schloss sich während
seiner Regierungszeit 1786–1797 dem romantischen Trend mit seiner
Vorliebe für englische Landschaftsgärten an, der in krassem
Gegensatz zu den geometrischen Formen und Sichtachsen des Barockgartens
stand. Er beauftragte 1788 den Gärtner Johann August
Eyserbeck
aus Wörlitz mit einer solchen Anlage nach dem Modell des Wörlitzer
Parks. Es kam zu einer Vielzahl von Vorschlägen (darunter drei
Pläne Johann August Eyserbecks sowie verschiedene Entwürfe Georg
Steiners und Peter Joseph Lennés). Als erstes verwandelte er
das Parterre vor dem Mittelbau (Altes Schloss) in eine Rasenfläche
mit lockeren Grasflächen und Baumgruppen, die im Laufe der Zeit
immer wieder mit veränderten Bepflanzungen umgewandelt wurden;
auch löste er die geraden Uferlinien des Karpfenteichs und die
Wasserläufe auf. Die drei Angelhäuser ließ er im gotischen Stil
restaurieren. Als Eyserbeck 1801 starb, übernahm der Gärtnergeselle
Steiner(t) sein Amt, der die Verlandschaftung fortsetzte. Im
Jahr 1819 kam der Gartenkünstler Lenné hinzu. Er verlandschaftete
das Westboskett, und gab der Gesamtanlage den letzten künstlerischen
Schliff. |
| Friedrich Wilhelm IV. ließ das Boskett
hinter der barocken Orangerie wieder so herstellen, wie er sie
aus seiner Kindheit in Erinnerung hatte. Allerdings entsprach
seine Gestaltung nicht genau dem barocken Zustand. |
Im
Schlossgarten befinden sich das 1788 von Carl Gotthard Langhans
erbaute Teehaus Belvedere und der 1824/1825 als neapolitanische
Villa errichtete Neue Pavillon.
Der von Schinkel für Friedrich Wilhelm III. und seine zweite
Frau, der Fürstin Liegnitz, entworfene Neue Pavillon wurde nicht
gemeinsam bewohnt. Er wird seit der Nachkriegszeit Schinkelpavillon
genannt.
1810 wurde für Friedrich Wilhelms erste Ehefrau, Königin Luise
von Mecklenburg-Strelitz, ein Mausoleum erbaut, die berühmte
Grabskulptur auf ihrem Sarkophag stammt von Christian Daniel
Rauch. |
| Zwei weitere Staffagebauten – das Otahitische
Korbhaus (um 1790 von Ferdinand August Friedrich Voß entworfen)
und das Gotische Angelhaus an der Spree (1788 von Carl Gotthard
Langhans) – mussten wegen ihrer leichten Bauweise häufig repariert
werden. 1849/1850 ein letztes Mal erneuert, wurden das Korbhaus
1865 und das Angelhaus 1884 abgerissen. |
| Nach starken Verwüstungen im Zweiten Weltkrieg
sprach sich vor allem die Direktorin der West-Berliner Verwaltung
der Staatlichen Schlösser und Gärten, Margarete Kühn, für eine
sich dem barocken Zustand annähernde Wiederherstellung des Parterres
aus, da es in Deutschland nur wenige, in Berlin aber überhaupt
keine barocken Gartenanlagen mehr gab. Dabei entsprechen die
1958 gestalteten broderieverzierten Flächen keinesfalls dem
Originalzustand. Weil dieser als zu pflegeaufwendig galt, wurde
die Ornamentik anhand verschiedener barocker Musterbücher gestaltet.
Auch ist die heutige Fontäne im Wegekreuz deutlich größer ausgeführt
als das Ursprungsobjekt. Trotz vielfacher Kritik an dieser unhistorischen
Konzeption erfolgte 2001 auf Betreiben der Berliner Gartendenkmalpflege
die Restaurierung der Gestaltung aus den 1950er-Jahren, weil
diese Anlage mittlerweile ebenfalls als geschichtliches Zeugnis
zu bewerten sei. |
| Der Schlossgarten dient den Bewohnern
der angrenzenden, dicht besiedelten Charlottenburger Altbaugebiete
seit langer Zeit als Naherholungsgebiet. Seit 2004 existieren
Pläne der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, ein Eintrittsgeld
zu erheben. Gegen diese Absichten hat sich die Bürgerinitiative
Rettet den Schloßpark! gegründet. |