Geschichte

Sage um eine Brücke

Jungfernbrücke in Berlin

Jungfernbrücke in Berlin

Die Jungfernbrücke liegt im historischen Zentrum von Berlin Mitte.

Die Jungfernbrücke ist die älteste noch erhaltene Brücke der Stadt und zugleich die einzige der früheren insgesamt neun baugleichen Klappbrücken.

Sie überspannt den Spreearm am Kupfergraben und verbindet die Straßen Friedrichsgracht und Oberwasserstraße.

Entstehung

Die hölzerne Zugbrücke entstand als Spreegassenbrücke um 1701 die Friedrichsgracht mit der Alten Leipziger Straße über den Kupfergraben überspannte. Architekt soll Martin Grünberg gewesen sein.

1798 wurde das Brückenbauwerk durch eine Konstruktion aus Holz und Eisen ersetzt, wobei der Mittelteil weiterhin über Ketten und Räder angehoben werden konnte, um Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen.

Die Junfernbrücke ist bis heute in ihrem Erscheinungsbild unverändert.

Maße

Die Jungfernbrücke hat eine Gesamtlänge von 28 Metern und mißt im Mittelteil 8,70 Meter Länge und 4,20 Meter in der Breite.

Sage

Die Herkunft dieses Namens ist unklar, es gibt verschiedene Legenden über die Brücke. Laut einer Sage ... lesen Sie unten weiter ↓

Denkmal

Die sehenswerte Brücke steht unter Denkmalschutz. [Denkmal Liste]

[Mehr Brücken in Berlin]

Adresse

Friedrichsgracht
10178 Berlin Mitte

Auskunft

Telefon
030/3339 509

Anfahrt

U-Bahn U2
Bus 248, 265, M48

Map / Stadtplan

Stadtplan Berlin

Sagen und Geschichten um die Jungfernbrücke in Berlin

Sage um die Junfernbrücke in Berlin

Jungfernbrücke

Zu der Zeit, als Kurfürst Friedrich Wilhelm die Hugenotten ins Land gerufen hatte, sollte ein schönes junges Mädchen einen älteren reichen Mann heiraten. Aber die Jungfer mochte nichts davon wissen, weil sie sich in einen Burschen ihres Alters verliebt hatte. So setzte sie den beharrlichen Werbungen und begehrlichen Reden des Alten nur spöttische und abweisende Worte entgegen.

Eines Morgens nun zog man die Leiche des Mädchens aus der Spree und stellte fest, dass es nicht ertrunken, sondern erst erwürgt und dann ins Wasser geworfen worden war.

Der Verdacht fiel auf den jungen Freund der Ermordeten, und bald fand sich auch ein Zeuge, es war der abgewiesene alte Liebhaber, der aussagte, er habe die beiden den Abend vorher an der Brücke gesehen. Sie hätten gestritten, und dann habe der Bursche das Mädchen gewürgt und in den Fluss geworfen. Der junge Mann beteuerte seine Unschuld, aber man glaubte ihm nicht, und das Todesurteil war ihm sicher.

Da meldete sich ein alter blinder Mann, der in einem kleinen Haus an der Brücke wohnte und an Schlaflosigkeit litt. In lauen Sommernächten, wenn er keine Ruhe fand, stellte er sich ans Fenster. Sehen konnte er zwar nichts, aber er genoss die klare Luft, die von der Spree her wehte, und hörte auf die Geräusche der Nacht. Zur fraglichen Zeit hatte er einen Streit zwischen einem Mädchen und einem Mann wahrgenommen. Er erklärte aber, das sei keine junge Männerstimme gewesen, die er gehört habe, sondern die eines älteren Mannes, rau und knarrend, eine ganz eigentümliche Stimme. Er würde sie unter tausend anderen heraushören können.

Man holte also noch einmal den Beschuldigten zum Verhör und der erste Zeuge schilderte seine Beobachtungen. Kaum hatte er aber ein paar Worte gesprochen, als der Blinde laut ausrief: "Das ist die Stimme! Ich will nicht selig werden, wenn ich sie nicht wiedererkenne."

Für das Gericht war damit der wahre Schuldige ermittelt worden und man ließ den jungen Burschen frei.

Und weil es eine Jungfer war, die man da ermordet und in die Spree geworfen hatte, nannte man von diesem Tage an die Brücke Jungfernbrücke.

[Mehr über Berlin]