Berliner Rathäuser

Amtsstube - Ratsstube - Bürgerservice

Geschichte vom Rathaus Schöneberg

Geschichte Rathaus Schöneberg

Das Rathaus Schöneberg ist das Rathaus des Berliner Bezirks Tempelhof-Schöneberg.

Nach seiner Fertigstellung im Jahre 1914 war es bis 1920 das Rathaus der kreisfreien Stadt Schöneberg.

Von 1920 bis zur Bezirksfusion 2001 beherbergte es die Verwaltung des ehemaligen Berliner Bezirks Schöneberg.

Nutzung

Heute wird das Gebäude als Rathaus, Bürgeramt, Standesamt und Bezirksverordnetenversammlung genutzt.

Geschichte

Erfahren Sie mehr über das Rathaus Schöneberg mit seiner Geschichte von der Entstehung bis zur Gegenwart. Informationen auf dieser Seite.

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Daten

  • Erbaut: 1914
  • Höhe: 70 Meter
  • Architekt: Peter Jürgensen

Bürgerservice im Rathaus

Umgebung

Adresse

John-F.-Kennedy-Platz 1
10825 Berlin Schöneberg

Kontakt

Telefon
030/9027 70

Anfahrt

U-Bahn U4
Bus 104, M46

Map / Stadtplan

Stadtplan Berlin

Besucher Informationen

Öffnungszeiten
Montag 08:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 08:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 08:00 - 18:00 Uhr
Donnerstag 08:00 - 18:00 Uhr
Freitag 08:00 - 18:00 Uhr
Samstag Keine Sprechzeit
Sonntag Keine Sprechzeit

Rathaus Schöneberg - Die Geschichte von der Entstehung bis zur Gegenwart

Rathaus Schöneberg

Das Rathaus Schöneberg besteht aus Sandstein und wird durch einen 70 Meter hohen Turm geprägt. Auf dem Turm weht weit sichtbar die Berliner Fahne.

Verschiedene Reliefs schmücken die glatt verputzte graue Fassade.

Die Innenräume enthalten die typischen bürgerlichen Holzverkleidungen des frühen 20. Jahrhunderts.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude durch Bomben getroffen.

Während der Zeit der Berliner Teilung fanden hier bedeutende Ereignisse der Stadtgeschichte statt:

• Die Übergabe der Freiheitsglocke in den 1950er-Jahren.
• John F. Kennedy hielt 1963 auf dem Platz vor dem Rathaus seine berühmte Rede und bekannte sich „Ich bin ein Berliner“.
• Bei einer Demonstrationen 1967 gegen den Besuch des Schahs Mohammad Reza Pahlavi, kam es zum Tod des Benno Ohnesorgs.

Das alte Rathaus Schöneberg am Kaiser-Wilhelm-Platz

Die Gemeinde Schöneberg ließ ihr erstes Rathaus 1874 am Kaiser-Wilhelm-Platz errichten. 20 Jahre später, zwischen 1891 und 1892, wurde das Gebäude durch einen größeren Neubau ersetzt.

In den Jahren zuvor befand sich das Gemeindebüro in der Wohnung des Dorfschulzen.

Die neuen Baupläne stammten vom Baurat Friedrich Schulze. Der damals 480.000 Mark teure Bau zeigte laut der Gemeinde eine „stattliche Hauptfront in deutscher Renaissance“ mit zwei Giebeln als Risalite und in der Mitte einen Dachreiter mit Uhr. Das Dach war mit Schiefer gedeckt, Gesimse, Brüstungen, Bildhauerarbeiten etc. bestanden aus Cotta'er Sandstein. Magistrats- und großer Sitzungssaal für die Stadtverordneten befanden sich im zweiten Stock, kleinere Säle für Ausschüsse, Kommissionen und Deputationen in der ersten Etage.

Da Schöneberg rapide wuchs konnte das Personal der Stadtverwaltung nicht mehr im Rathaus untergebracht werden. Deshalb kaufte die Stadt im Jahr 1900 das sogenannte „Rosenkessel'sche Grundstück“ am Mühlenberg als neuen Rathausstandort.

Das alte Rathaus am Kaiser-Wilhelm-Platz wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Eine Gedenktafel erinnert an seinen ehemaligen Standort.

Rathaus Schöneberg Baugeschichte

Dem Bau des neuen Rathauses der Stadt Schöneberg ging eine mehrjährige Finanzierungs- und Planungsphase voraus. Der vorgesehene Baubeginn im Jahr 1906 verschob sich jedoch, weil die auf dem Grundstück bestehenden Einrichtungen wie das Armenhaus, die Desinfektionsanstalt, die Stadtgärtnerei und das Depot der Straßenreinigung an andere Standorte zu verlegen waren.

Ein Architektenwettbewerb wurde ausgeschrieben und die Architekten Peter Jürgensen und Jürgen Bachmann bekamen den Zuschlag.

Grundsteinlegung

Die Grundsteinlegung erfolgte am 26. Mai 1911. Die Bauarbeiten schritten rasch voran und bereits nach einem Jahr war der Baukörper gut zu erkennen. Der Unterbau wurde in Sandstein ausgeführt, die Obergeschosse erhielten Putz und Sandsteinverkleidungen. Der zum Bau benötigte Sandstein wurde von den Steinbrüchen im niederschlesischen Wünschelburg geliefert.

Am 10. August 1914 fand erstmals eine Sitzung der Stadtverordneten im Sitzungssaal statt.

1920 wurde Schöneberg, zusammen mit der bis dahin selbstständigen Gemeinde Friedenau im Rahmen des „Gesetzes über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin“ nach Groß-Berlin eingemeindet. Das Rathaus wurde Sitz des Bürgermeisters des neu entstandenen Bezirks Schöneberg.

Zerstörung des Rathaus Schöneberg

Mehrere Bombentreffer gingen in den späten Kriegsjahren auf das Rathaus nieder. 1943 traf es die Stadtkasse, 1944 den Seitenflügel an der Badenschen Straße, im Februar 1945 fiel eine Bombe auf den rückwärtigen Bau.

Wiederaufbau des Rathaus Schöneberg

Die schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg mussten dringend repariert werden. So wurden Trümmer geräumt, die Fenster abgedichtet und eiserne Öfen aufgestellt.

Der Zustand des Gebäudes wurde verbessert nachdem das Rathaus Schöneberg ab Anfang 1949 als provisorischer Sitz der West-Berliner Politik und Verwaltung feststand.

Der frühere Bürgersaal wurde zum Plenarsaal. Bis 1952 erstanden die Seitenflügel an der Badenschen Straße und an der Straße Am Rathaus wieder.

Der Wiederaufbau erfolgte nicht immer nach den historischen Plänen. Der Goldene Saal, ehemals prächtigster Raum im Rathaus, diente seit 1955 in stark vereinfachter renovierter Form dem Hauptausschuss als Sitzungssaal.

Der Rathausturm wurde vereinfacht wiederhergestellt. Die Höhe des Gebäudeteils verringerte sich um elf Meter, die ehemalige Turmhaube wurde durch eine offene Pfeilerhalle ersetzt.

Größere Renovierungsmaßnahmen fanden zwischen 1978 und der 750-Jahrfeier Berlins im Jahr 1987 statt.

Zahlreiche An- und Umbauten: 40 neue Büros im Dachgeschoss, die Modernisierung des Plenarsaals, die Verlegung des Ratskellers, Schaffung eines zentralen Foyers, umfangreiche Restaurierungsarbeiten unter konservatorischen Gesichtspunkten, eine Neugestaltung des Casinos, ebenso wie die Modernisierung und Erweiterung der Bibliothek sowie die Sanierung der Sanitäranlagen.