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Diätformen
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| Seit Hippokrates wird als Diät eine spezielle Ernährung
des Menschen bezeichnet, bei der längerfristig oder dauerhaft eine spezielle
Auswahl von Nahrungsmitteln verzehrt wird. |
| Heute wird als Diät entweder eine kurzfristige Veränderung
der Ernährungsform zur Gewichtsreduktion (z.B. bei Adipositas), in einigen
Fällen auch zur Gewichtszunahme (z.B. bei Anorexie) oder eine längerfristige
bis dauerhafte Ernährungsumstellung zur unterstützenden Behandlung einer
Krankheit (z.B. bei Zöliakie, Lactoseunverträglichkeit, Fruchtzuckerunverträglichkeit)
bezeichnet. |
| Fasten bedeutet dagegen den vorübergehenden Verzicht
auf Nahrung aus religiöser (im Islam der Ramadan, in der christlichen Kirche
die vorösterliche Fastenzeit) oder gesundheitlicher Motivation (das Heilfasten). |
| Jede Diät-Form, sei es zur Gewichtsreduktion, sei
es zur unterstützenden Krankheitsbehandlung, basiert auf einer Verminderung
oder Vermehrung des relativen Anteils eines Nahrungsbestandteils (Kohlenhydrate,
Fette, Eiweiße, Vitamine, Spurenelemente) gegenüber den anderen und/oder
einer Erniedrigung oder Erhöhung der zugeführten Gesamtenergiemenge („Kalorien“)
sowie ggf. einer bilanzierten Veränderung der Flüssigkeitszufuhr. |
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Reduktionsdiäten
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| Eine Reduktionsdiät zielt auf die Reduktion des Körpergewichts.
Es gibt zahlreiche Reduktionsdiäten, die sich in ihren Methoden teilweise
erheblich voneinander unterscheiden. Nur wenige Diätformen sind wissenschaftlich
überprüft. Die Entwicklung und Propagierung der Reduktionsdiäten ist nicht
nur den Veränderungen wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern auch Moden
und Weltanschauungen unterworfen. Einige Diätformen werden daher in der
Medizin als unbewiesen oder sogar gesundheitsgefährdend angesehen. |
| Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung und der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin sollten Reduktionsdiäten
nur kurzzeitig, bei Extremformen nur unter ärztlicher Aufsicht, erfolgen.
Allgemeiner Konsens ist, dass eine Reduktionsdiät nur dann dauerhaften Erfolg
haben kann, wenn ihr eine dauerhafte Umstellung der Ernährung folgt, in
der die Energiebilanz des Körpers ausgeglichen ist, d. h. in der nicht mehr
Energie in Form von Nahrung zugeführt wird, als der Körper braucht. Eine
Lebensumstellung hin zu vollwertiger Ernährung und vermehrter körperlicher
Aktivität gilt als empfehlenswert. Beim Rückfall in alte Ess- und Lebensgewohnheiten
kommt es meist zu einem Wiederanstieg des Körpergewichts, dem sog. Jo-Jo-Effekt,
weil der Körper bei stark unterkalorischen Diäten auf den Hungerstoffwechsel
umstellt. |
| Es gibt zahlreiche Diäten mit unterschiedlichen Konzeptionen.
Derzeit am bekanntesten sind Diäten, die auf Low-Carb, Low-Fat, Trennkost
oder dem glykämischen Index basieren. |
| Nach einer 2005 an Mäusen durchgeführten Studie des
Deutschen Instituts für Ernährungsforschung besteht ein Zusammenhang zwischen
dem Konsum von Fruchtzucker (Fructose) und Übergewicht, der nicht auf der
vermehrten Kalorienaufnahme beruht, sondern darauf, dass Fructose die Stoffwechseltätigkeit
beeinflusst und auf diese Weise die Anreicherung von Körperfett begünstigt. |
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Diäten zur Krankheitsbehandlung (Krankenkost)
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| Diäten werden als Einzelmaßnahme oder zusätzlich zur
medikamentösen und evtl. operativen Therapie zur Behandlung von Krankheiten
eingesetzt. Mit der Entwicklung wirksamer Ernährungsstrategien beschäftigt
sich die Ernährungsmedizin. |
| Bis in die 1980er Jahre gab es fast für jede Krankheit
eine eigene Diät. Heutzutage wird für die meisten Erkrankungen, wie auch
für die Allgemeinbevölkerung, eine, evtl. modifizierte, lactovegetabile
Vollwertkost (s.o.) in Verbindung mit körperlicher Aktivität empfohlen.
Insbesondere in der Diabetesbehandlung kam es seit den 90er Jahren des 20.Jahrhunderts
zu einem Paradigmenwechsel, der weg von einer sehr streng reglementierten
Ernährung zu einer fast völligen Freigabe der Ernährungsempfehlungen führte. |
| Die Diätempfehlungen sind ständigen, wissenschaftlich
begründeten Veränderungen unterworfen und werden in Leitlinien der medizinischen
Fachgesellschaften wie z.B. der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin
veröffentlicht. Diäten zur Krankheitsbehandlung sollten besonders in der
Anfangsphase unter ärztlicher Begleitung erfolgen. |
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