Historischer Ort

Grenzkontrollpunkt - Sehenswürdigkeit - Kalter Krieg

Checkpoint Charlie

Checkpoint Charlie

Der Checkpoint Charlie befindet sich in Berlin Kreuzberg

Checkpoint Charlie war einer der bekanntesten Berliner Grenzübergänge durch die Berliner Mauer zwischen 1961 und 1990.

Er verband in der Friedrichstraße zwischen Zimmerstraße und Kochstraße den sowjetischen mit dem US-amerikanischen Sektor und damit den Ost-Berliner Bezirk Mitte mit dem West-Berliner Bezirk Kreuzberg.

Der Kontrollpunkt wurde im August 1961 in Folge des Mauerbaus eingerichtet, um die Grenzübertritte des westalliierten Militärpersonals und ausländischer Diplomaten erfassen zu können.

Beucher

Der historische Ort an der Friedrichstraße ist sehr beliebt bei Touristen.

Hier gibt es auch zahlreiche Souveniershops.

[Mehr Historische Orte in Berlin]

Adresse

Friedrichstraße/Zimmerstraße
10117 Berlin Kreuzberg

Auskunft

Telefon
030/3339 509

Anfahrt

U-Bahn U6
Bus M29

Map / Stadtplan

Stadtplan Berlin

Öffnungszeiten
Täglich 00:00 - 24:00 Uhr
 
Eintrittspreise
Normal FREI
Ermäßigt FREI
 

Alliierter Kontrollpunkt

Der Kontrollpunkt durfte nur von alliierten Militär- und Botschaftsangehörigen, Ausländern und Mitarbeitern der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR sowie von DDR-Funktionären benutzt werden.

Der Kontrollpunkt war einer von drei durch die Amerikaner genutzten alliierten Kontrollpunkte. Er wurde nach dem dritten Buchstaben des heutigen ICAO-Alphabets benannt.

Checkpoint Alpha war die amerikanische Seite des Grenzüberganges Helmstedt-Marienborn und Checkpoint Bravo die amerikanische Seite des Grenzkontrollpunktes Dreilinden-Drewitz.

Die Nomenklatur Checkpoint für Kontrollpunkt ergibt sich im Gegensatz zu der östlichen Bezeichnung Grenzübergangsstelle (GÜSt) daraus, dass von westlicher Seite aus die völkerrechtliche Legitimität als Staatsgrenze nicht anerkannt wurde. Diesbezüglich trat nach der Anerkennung der DDR als Staat ab 1972 für die innerdeutsche Grenze eine Veränderung ein, nicht jedoch für die Sektorengrenze Berlin.

Als Folge des Versuchs der SED-Führung, alliierte Rechte der Westmächte in Berlin einzuschränken, standen sich am 27. Oktober 1961 sowjetische und amerikanische Panzer gefechtsbereit gegenüber. Heute weiß man, dass die Kommandeure beider Seiten den Befehl hatten, ihre Panzer notfalls einzusetzen. Im November 1961 reagierten die USA auf die neuere Berlinkrise mit der Operation Stair Step. Dabei wurden über 200 Kampfflugzeuge aus den USA über Kanada und den Azoren nach Frankreich verlegt und kehrten erst im August 1962 wieder in die USA zurück.

Der Checkpoint war Schauplatz spektakulärer Fluchten aus dem damaligen Ost-Berlin. Besonders tragisch war der Tod des DDR-Flüchtlings Peter Fechter, der am 17. August 1962 vor den Augen westlicher Beobachter verblutete.

Der Volkspolizist Burkhard Niering nahm 1974 einen Passkontrolleur als Geisel und wurde bei dem folgenden Fluchtversuch erschossen.

Noch vor der Wiedervereinigung wurde der Kontrollpunkt am 22. Juni 1990 abgebaut. Er ist heute im Berliner Alliierten Museum zu besichtigen. [Alliierten Museum]

Der Checkpoint Charlie zählt heute als Gedenkstätte zu den bekanntesten Kontrollpunkt.

Am 13. August 2000 wurde eine originalgetreue Rekonstruktion der ersten Kontrollbaracke enthüllt. Die aufgestapelten Sandsäcke sind mit Beton statt Sand gefüllt. Auf dem brachliegenden Gelände entwickelte Ronald Lauder die Idee eines American Business Centers.

Von den geplanten fünf Gebäuden wurden drei errichtet, darunter das Philip-Johnson-Haus.

Mauermuseum am Checkpoint Charlie

Mauermuseum am Checkpoint CharlieDas Mauermuseum wurde am 14. Juni 1963 in unmittelbarer Nähe zur Berliner Mauer eröffnet.

Es zeigt Fotografien und Fragmente der Trennung Deutschlands.

Vom 31. Oktober 2004 bis zur Räumung am 5. Juli 2005 stand auf einem gepachteten Gelände das umstrittene Freiheitsmahnmal, eine aus originalen Mauersegmenten neu errichtete weiß gestrichene Mauer und 1067 Gedenkkreuze für die Opfer des DDR-Grenzregimes.

[Mauermuseum Berlin]

Freilicht-Galerie am Checkpoint Charlie

Freilicht-Galerie am Checkpoint CharlieIm Sommer 2006 wurde auf dem historischen Gelände des ehemaligen Grenzübergangs eine Open-Air-Ausstellung eröffnet.

Seitdem erhalten Besucher entlang der Friedrichstraße, der Zimmerstraße und der Schützenstraße kostenlos Auskunft zu drei verschiedenen Themen:


• Die westliche Galeriewand an der Friedrichstraße berichtet von zahlreichen gescheiterten wie geglückten Fluchten am Grenzübergang. Es wird gezeigt, wie der Grenzübergang von 1961 bis 1989 ständig perfektioniert und vom einfachen Kontrollhaus bis hin zur neunspurigen Abfertigungsanlage ausgebaut wurde.

• Die östliche Galeriewand informiert über die Ereignisse am ehemaligen Grenzübergang und thematisiert die Bedeutung des Checkpoint Charlie als symbolischen Ort der internationalen Blockkonfrontation. Die Fotostrecke zeigt unter anderem wie sich an der Friedrichstraße im Oktober 1961 sowjetische und amerikanische Panzer gegenüberstanden.

• Auf den angrenzenden Galerieflächen in der Zimmerstraße finden Besucher eine Übersicht über die wichtigsten Erinnerungs- und Gedenkorte, authentische Mauerreste, Museen und Dokumentationszentren zum Thema „Deutsche Teilung und Berliner Mauer“.