Der Gedanke, ein Kunstmuseum
zu bauen, entstand um 1871 am kaiserlichen Hof in Berlin, im Umfeld des
langjährigen Kronprinzen, des späteren „99-Tage-Kaisers“ Friedrich III..
Konkrete Vorschläge dazu kamen von Wilhelm von Bode.
Der Hofarchitekt Ernst von Ihne errichtete den Museumsbau
zwischen 1897 und 1904 für die von Bode aufgebaute Skulpturen- und Gemäldesammlung,
deren Anfangsbestände auf die Kunstkammern der Kurfürsten von Brandenburg
zurückgehen.
Am 18. Oktober 1904, am Geburtstag Friedrichs III., der 1888
gestorben war, eröffnete das Museum.
Das Bauwerk im Stil des Neobarock steht auf der nordwestlichen Spitze
der Museumsinsel, auf einem unregelmäßig dreieckigen Grundstück von
6.000 m². |
| Der Architekt hat es jedoch verstanden,
den Eindruck eines völlig symmetrischen und gleichschenkligen Gebäudes zu
vermitteln, ausgerichtet auf den halbrunden, von einer Kuppel überwölbten
Eingangstrakt, zu dem Brücken über die beiden Spreearme führen. Der Bau
ist mit Rackwitzer, Alt-Warthauer, Wünschelburger und Friedersdorfer Sandstein
(alle entstanden in der Kreidezeit)aus Schlesien verkleidet. Ein mit Fenstern
versehener Quadersockel und zwei weitere, durch korinthische Halbsäulen
und übergiebelte Risalite gegliederte Etagen steigen direkt aus der Spree
empor. Die Attika bekrönen Allegorien der Künste und berühmter Kunststädte
von den Bildhauern August Vogel und Wilhelm Widemann. |
Durch die Anlage mehrerer Quergebäude
entstanden fünf Innenhöfe.
Hinter dem Foyer beginnt mit der die Mittelachse
des Hauses eine eindrucksvolle Raumfolge: zunächst die Große Kuppelhalle,
mit weit geschwungenem Treppenaufgang und der galvanoplastischen Kopie von
Andreas Schlüters Reiterstandbild des Großen Kurfürsten (angefertigt 1904
von der WMF) im Zentrum. Darauf folgt die n Figuren,
die einst auf dem Dach der von Schlüter erbauten, später zerstörten Villa
Kamecke in der Dorotheenstraße standen.
Das nächste ist die Basilika im
Stil der italienischen Renaissance, in den Seitenkapellen religiöse Bildwerke
wie die farbigen, glasierten Terrakotten von Luca della bia und der Auferstehungsaltar
aus Florenz. Den Abschluss bildet die Kleine Kuppelhalle, mit einem Treppenhaus
im Rokokostil und den Marmorstatuen Friedrichs des Großen und fünf seiner
Generäle. In dieser Flucht repräsentativer Räume fanden einst auch Feierlichkeiten
statt, zu denen die Hofgesellschaft und wohlhabende bürgerliche Mäzene geladen
waren. |
| In den eigentlichen Ausstellungsräumen
hatte Bode dichte, geschlossene Ensembles aus Skulpturen, Gemälden, Möbeln
und kunstgewerblichen Objekten zusammengestellt, wie sie früher in großbürgerlichen
Privatsammlungen üblich waren. Dazu kamen innenarchitektonische Details
wie Portale, Marmorböden, Kassettendecken, Kamine und Altäre, die er vorwiegend
in Italien für seinen Museumsneubau zusammengekauft hatte. Mit diesen Räumen
wollte Bode den Besuchern die Stimmungen vergangener Epochen nahebringen.
Er verfolgte mit den Stilräumen (Period Rooms) ein museumspädagogisches
Konzept, das auch Ludwig Hoffmann dem Neubau des Märkischen Museums zugrunde
legte – nicht weit entfernt spreeaufwärts, nahezu zur gleichen Zeit und
mit noch größerer Konsequenz, nämlich auch im äußeren Erscheinungsbild seines
Bauwerks. |
| Zur Erinnerung an Friedrich III.
wurde das Haus Kaiser-Friedrich-Museum genannt. Im Zweiten Weltkrieg erlitt
das Gebäude schwere Schäden. Nach Kriegsende 1945 bezeichnete man es als
Museum am Kupfergraben. Seit 1956 trägt es den Namen seines Initiators und
ersten Direktors. Hier waren zeitweilig das Ägyptische Museum mit seiner
Papyrussammlung, das Museum für Ur- und Frühgeschichte, eine Gemäldegalerie,
eine Skulpturensammlung und das Münzkabinett untergebracht. |
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